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Diese Sache, die durch Sex entsteht...


Wir leben in einer Zeit, in welcher viele Menschen damit beginnen Kinder zu machen, Kinder zu gebären und Kinder generell auf die Welt loszulassen. Ich gehöre nicht dazu. Warum eigentlich?


Jetzt könnte man erwarten das Ganze hier wird das übliche „Kinder sind scheiß“-Gezeter. Das wird es aber definitiv nicht. Vielleicht. Ja, ich bin kein großer Freund von Kindern. Kinder sind anstrengend. Kinder sind schmutzig. Kinder machen eklige Sachen. Kinder sind ziemlich dumm. Kinder sind denkbar schlechte Gesprächspartner. Kinder sind langweilig. Kurzgesagt: Kinder sind komplett unnötig. Da mag der ein oder andere dagegenhalten und Dinge sagen wie: Kinder sind unsere Zukunft, Kinder gehören zum Leben dazu oder mit Kindern ist Leben im Haus (mit Schimmel übrigens auch). Von mir aus. Kein Problem. Ich hab da etwa Null Prozent Interesse dran.
Vermutlich rührt das daher, dass ich selbst ein Kind bin. Ein Kind im Körper eines etwas älteren Kindes. Zugegeben, am Körper des älteren Kindes sind die Zeichen der Zeit nicht spurlos vorbeigegangen. Aber egal. Hier kommt nämlich der Twist: Ich komme ganz hervorragend mit Kindern klar. Kids lieben mich. Warum? Ich rede mit Kindern und verhalte mich ihnen gegenüber so, als wären es normale Menschen. Ohne Duzi-Duzi-Blödsinn und Konsorten. Anscheinend kommt das bei den Kleinen ganz gut an. Lasst es mich mal so formulieren: Wäre mein Leben Fallout, dann wäre ich der Einzige, der die Special Edition besitzt, in welcher man bereits von Anfang an den Perk "Kind im Herzen“ hat.

Aber hast du nicht gerade gesagt, du magst keine Kinder? Nein. Manchmal sind sie ja ganz witzig. Ich bin einfach insgesamt nicht der größte Fan von Kindern, was hauptsächlich auf eigene zutrifft. Kinder würden mich dazu zwingen, das Kindsein weitestgehend aufzugeben. Jaja, Peter Pan lässt grüßen. Erzähl mir was neues. Aber mal ehrlich: Schau dir „Hook“ an – was ist da aus dem guten Peter geworden? Eben! Fremde Kinder bzw. Kinder von Freunden, Bekannten und Verwandten. Ja, von mir aus. Die gehen oftmals schon klar. Das schöne an ihnen ist nämlich, dass ich einfach gehen kann, wenn sie mir zu sehr auf den Sack gehen.
Was mich generell an Kindern stört sind in sehr vielen Fällen nicht nur die Kinder als solche, sondern ihre Eltern und das Umfeld, welches sie für ihren Nachwuchs schaffen. Helikopter-Eltern hier, laissez-fairer Bullshit bis zum abwinken da. Ich gehe raus und was seh ich? Viel zu viele kleine, verwöhnte Bengel, die mit drei Jahren selbst entscheiden dürfen ob das nun in Ordnung war Djoveed-Pasquale mit dem Eimer ins Gesicht zu schlagen, während sie ihre Schutzhelme und wattierten Ellbogenschoner zurechtrücken. Kleine Rotzgören, die eine halbe Stunde auf dem Supermarktboden liegen und sich die Seele aus dem Leib brüllen, während die, in Jack Wolfskin Vollmontur dastehende, Mutter ruhig und ohne erhobenen Zeigefinger erklärt, dass die kleine Ciara-Perdita heute nur vier Überraschungseier bekommt. Was ist da los?

Wenn ich an meine Kindheit denke … Oha. Wir konnten uns so was nicht erlauben. Da hatten wir gar keine Zeit für. Als ich drei Jahre alt war, begann meine Schicht Untertage immer um Punkt 6:00 Uhr. Da die Mine aber fast 9 Kilometer entfernt war, musste ich immer um 3:30 Uhr aufstehen. Barfuß und nur mit einem dünnen Leibchen bekleidet legte ich den Weg jeden Morgen und jeden Abend, egal bei welchem Wetter, laufend zurück. Ganz selten durfte ich bei unserem wohlhabenden Nachbarn auf dem Eselkarren mitfahren. Dann hieß es Kohle fördern, Gänge erweitern und Tunnel abstützen bis um 22:00 Uhr. Zuhause war ich dann meist um kurz nach Mitternacht, wo ich nach einer Rinde Brot und ein paar Schluck Wasser schlafen ging. Das ging so weiter bis ich 24 war. Man erkennt also, damals hatten wir weder die Zeit noch die Muse in irgendeiner Weise aufzubegehren. Und falls doch mal einer so töricht war und sich im Wort vergriff, war schon der Vorarbeiter mit der Peitsche zur Stelle.
Doch genug von damals. Dass da eh alles besser war, weiß sowieso jeder. Zurück ins Hier und Jetzt (was übrigens eine weitere – unbeabsichtigte – Anspielung auf Fallout ist). Es gibt natürlich auch das ein oder andere, was ich ganz okay an Kindern find. Bis zu diesem Punkt hört sich das überraschend falsch an. Aber in diese Richtung soll das hier überhaupt nicht gehen. Mit solcher Art Humor kommt man nicht allzu weit – fragt mal James Gunn. Worauf ich hinaus will. Die meisten Kinder, die sich in meinem Umfeld tummeln, haben überraschend coole Spielsachen und haben oftmals kein Problem damit, wenn ich diese ausgiebig teste. Find ich nett. Einige Kids sind in ihrer Unvollkommenheit auch manchmal ziemlich witzig. Nicht witzig im Sinne von „Mensch, das war aber ein lustiger Gag“, sondern eher im Sinne von „Haha, schau mal der kann nicht richtig laufen und jetzt ist komplett bescheuert aufs Maul gefallen.“ Das erheitert mich und ist dementsprechend als positiv einzustufen.
Eine Sache fehlt noch: die Optik. Und da sind uns hoffentlich alle einig. Die meisten Babys – und ich lehne mich hier nicht aus dem Fenster, wenn ich sage: etwa 90 Prozent – sind unfassbar hässlich. Es gibt Ausnahmen, bei den selbst ich sage, die sind wirklich süß. Aber im Großen und Ganzen sind Neugeborene (meist sogar bis zum Kindergartenalter) sehr, sehr unansehnlich. Kleine unförmige Mutanten, die nur eine Mutter lieben kann. Aber darauf kommt es ja auch an. Die Eltern sollen ihr Kind lieben, normal mit ihm Umgehen und das wichtigste mir nicht damit auf die Nüsse gehen. Dann bleiben wir alle Freunde bis die Bomben fallen (ziemliches random Ende, aber ey: Fallout und so – macht natürlich grad jetzt besonders Sinn, da Fallout 76 frisch in den Läden steht … oder vielleicht auch nicht).

(ds)