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Stadtgespräch mit Heike Sauer alias Marlies Blume




Heike Sauer alias Marlies Blume

„Ich wurde im Schwäbischen als Tochter eines Vaters und einer Mutter und als Schwester eines Bruders geboren. Meine Eltern gaben mir den Namen Heike. Aufgewachsen bin ich im schönen Eislingen an der Fils (Süd!) – genau in der Mitte zwischen Stuttgart und Ulm. Seit 1997 wohne ich in Ulm – und das sehr gerne.“ So beschreibt sich die Kabarettistin, Heike Sauer alias Marlies Blume, auf ihrer Homepage.


FRIZZ:
Sie machten das Abitur in Göppingen, wie ging es danach für sie weiter?
Heike Sauer: Nach dem Abitur ging ich nach München und machte eine dreijährige Ausbildung in Modern Dance. Angesichts der Berufsaussichten muss ich heute sagen: ohne Sinn und Verstand, dafür aber mit umso mehr Begeisterung und Leidenschaft samt der Unterstützung meiner Eltern. Durch eine Knieverletzung wurde ich allerdings jäh ausgebremst. Mit dem professionellen Tanzen war es dann vorbei, dafür begann ich auf der Bühne zu sprechen und tataaaa: Marlies Blume war geboren. Das ist jetzt 23 Jahre her. Irgendwann dazwischen studierte ich noch ein Semester lang Mathematik in Stuttgart, um dann doch lieber ins Kloster zu gehen. Im Kloster Wiblingen machte ich nämlich die Ausbildung zur Logopädin. So kam ich übrigens 1997 nach Ulm.

FRIZZ: Hatten Sie schon als kleines Mädchen den Berufswunsch Kabarettistin? Wenn man Sie als 10-Jährige gefragt hat, was Sie mal werden möchten, haben Sie da geantwortet: Wenn ich mal groß bin, verdiene ich mein Geld mit Lustigsein.
Heike Sauer: Überhaupt nicht. Auch mit 20 war noch nicht klar, dass ich, wenn ich mal „groß“ bin, mein Geld mit Lustigsein verdiene. Das ist alles ganz langsam gewachsen und hat zunehmend größere Kreise gezogen. Ich war tatsächlich nie der Klassenclown und bin bis heute keine Partysau. Ich glaube, ich war früher eher pflichtbewusst als lustig. Heute bin ich beides.

FRIZZ: Ihr neues Programm heißt „Ohne Dich fehlt Dir was“. Worüber machen Sie sich da Gedanken auf der Bühne?
Heike Sauer: Eine Zuschauerin hat mal gesagt: „Sie sind super, da braucht man keinen Mentaltrainer mehr!“ Mir geht es immer um den Menschen „ganz innen drin“. Ich frage mich, warum wir so oft rennen wie die Hasen, ohne zu wissen, wie der Hase läuft. Ich frage mich, warum es gerade so viele Schisshasen gibt, die dann im schlimmsten Fall zu Killerkarnickeln werden, die auf alles draufhauen. Warum sind so viele Menschen unzufrieden mit sich und der Welt? Es steckt doch in jeder menschlichen Hülle die komplette Fülle! Warum behalten wir von dieser Großartigkeit oft nur die Artigkeit? Und überhaupt: Wem oder was rennen wir denn hinterher? Was ist denn im Leben wirklich wichtig? Was macht uns glücklich? Geht es ums Bruttosozialprodukt oder ums Bruttosozialglück? Wünschen wir uns nicht alle das gelebte Blume’sche-Masse-Kraft-Gesetz „Gemeinsam sind wir stark und nicht so läbbrig wie Quark“?
So, jetzt hab ich aber was rausgehauen, da können Sie sich mal Gedanken drüber machen! Oder Sie kommen zu mir in die Vorstellung!
 
FRIZZ: Gehen sie sich denn manchmal abhanden? Oder wie kamen Sie auf den Titel?
Heike Sauer: Ich renn mir manchmal tagelang hinterher, bis ich mich wiederfinde…Ich finde es tatsächlich oft schwer, bei mir zu bleiben. Ständig brummt das Handy, ständig weiß die Werbung, was ich brauche, ständig setzt mir jemand einen Floh ins Ohr, so dass ich meine innere Stimme nicht mehr höre. Ich dreh mich im Kreis, spring im Viereck und verlier die Mitte. Und das ist echt doof. Ich könnte auch sagen: Ohne mich ist alles doof. So ähnlich gab es doch mal eine Produktserie. Und dann find ich auch alles und alle anderen doof. Das ist eine ganz doofe Basis für Freude im Leben. Letztlich war der Titel eine Idee meines Partners, nachdem das Programm schon geschrieben war. Und der bringt es einfach auf den Punkt. Es geht halt vom Mir zum Dir und nicht umgekehrt.

FRIZZ: Requisiten sind eine wichtige Komponente bei Ihren Auftritten. Welche haben Sie aktuell dabei?
Heike Sauer: Meine Inventarliste könnte tatsächlich ein paar Seiten füllen. Beim aktuellen Programm gibt es schon mal sechs verschiedene Bühnenoutfits. Unter anderem möchte ich als selbsternannte UN-Friedensbotschafterin beim ESC antreten und da braucht es einfach viel Firlefanz und Tamtam drumrum. Da fahr ich alles auf: Prinzessinnen- und Paillettenkleid, Afroperücke, Hippie-Sonnenbrille, Plateauschuhe, Blumen-BH, Riesenpetticoat, Hawaiirock, aufblasbare Luftgitarre, Glitzervorhang und und und….und alles in pink und rosarot! Mein absolutes Lieblingsteil ist seit Jahren eine blinkende Herzbrille - die hat 3 verschiedene Blinkmodi! Der Wahnsinn! Ich glaub, ich freu mich da selber am meisten, wenn die zum Einsatz kommt!

FRIZZ: Aber die rosarote Brille fehlt? Hat sie die Realität mittlerweile eingeholt?
Heike Sauer: Die rosaroten Gläser, durch die man die Welt betrachtet, hatte ich tatsächlich nie! Bei mir war immer nur das Gestell rosa. Inzwischen habe ich die Figur der Marlies Blume weiterentwickelt. Die Brille hat ausgedient. Ich schau jetzt direkt in die Welt! Und ich seh alles! Mit ganz viel Scharfsinn!

FRIZZ: Wir haben 100 Jahre Wahlrecht für Frauen. Wie beeinflusst dieses Thema ihre Auftritte?
Heike Sauer: Ich bin schon viele Jahre neben meinem „menschenbewegten“ Programm auch sehr frauenbewegt unterwegs. Und ein Jubiläum wie dieses verdient natürlich besondere Aufmerksamkeit! Bei der großartigen Fahnenaktion in Ulm durfte ich eine Fahne zum Thema betexten und war anlässlich des Jubiläums am 12.11. bei den Sisters of Comedy in Karlsruhe auf der Bühne. Ich finde, jetzt nach 100 Jahren wird es Zeit für die Damenwahl 3.0., d.h. dass Frauen ihre Stimme auch erheben, bzw. dass Frauen sich zur Wahl stellen! Wir brauchen meiner Meinung nach viel mehr Frauen in sämtlichen Gremien, damit da nicht immer nur 50 shades of grey an den Entscheidungstischen sitzen. Wir haben die Wahl: Mitwursteln oder vegetarisch. Und da sag ich sogar als Vegetarierin: Ran an den Speck!

Heike Sauer alias Marlies BlumeFRIZZ: Liegen ihnen Frauenthemen auch ganz allgemein am Herzen?
Heike Sauer: Natürlich! Ich bin ja selber eine! Ich schwätz mir zum Thema „Zur Sache Frau!“ – so heißt mein Programm – den Mund fusselig und bin auch rund um den Internationalen Frauentag in ganz Deutschland unterwegs. Wobei ich finde, dass „Frauenthemen“ unbedingt zu „Männerthemen“ werden sollten. Letztlich geht es mir darum, dass Frauen und Männer sich auf Augenhöhe begegnen und zusammen die Welt umtreiben. Männer und Frauen sind genau gleich - nur ein bisschen anders. Ich mache Mut, dass sich Frauen selber über den Weg und auf den Weg trauen. Frauen sind so toll! Ich glaub ja, wir sind so toll, wir kriegen Angst vor uns selber. Aber es gibt knapp 52 Prozent Frauen in Deutschland. In einer Demokratie hätten wir die Mehrheit! #wirsindmehr

FRIZZ: Ist es überhaupt noch wichtig in unserem aufgeklärten Zeitalter sich für Frauen einzusetzen?
Heike Sauer: Auf jeden Fall. Sonst macht die Frauenbewegung einen Roll-Back-Purzelbaum rückwärts. Viele junge Frauen sagen: „Frauenbewegung? Brauch ich nicht, ich kann doch machen was ich will!“ Tun sie auch. Und sie sind auch gut in dem, was sie machen. Dann werden sie schwanger und zack sind sie weg vom öffentlichen Fenster und die meisten kommen, wenn überhaupt, nur in Teilzeitbeschäftigung zurück. Dadurch kommt es zu Abhängigkeiten und ohne Unterstützung zu Altersarmut. Das betrifft viel zu viele. Und dann: Warum verdienen Frauen immer noch im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer? Warum rutschen so viele alleinerziehende Mütter unter die Armutsgrenze? Warum gibt es immer noch viel zu wenig weibliche Führungskräfte? Und ganz schlimm für mich: warum gibt es so viel Gewalt gegen Frauen, meistens durch Partner oder Expartner? Soll ich weitermachen? In unserem aufgeklärten Zeitalter gibt es noch viel zu klären!

FRIZZ: Haben es in der Kabarett-Landschaft Frauen schwerer als Männer?
Heike Sauer: Die Kabarett-Landschaft unterscheidet sich nicht von anderen Landschaften. Meine Kollegin La Signora hat auf der Kulturbörse in Freiburg die Live-Acts angekündigt. Zwei Tage lang, im 20-Minuten-Takt, nur Männer. Dabei gibt es so viele großartige Kabarettistinnen! Und als Frau vor Frauen zu spielen, ist echt ein Erlebnis, das ist gelebte Frauenpower! Wir Frauen müssten uns meiner Meinung nach besser vernetzen! Das wär ein guter Plan für die Zukunft!

FRIZZ: Bei ihren Aussagen hat man das Gefühl, sie wollen nicht auf Kosten Anderer Pointen liefern. Wie wichtig ist es Ihnen, positiv zu bleiben?
Heike Sauer: Derbe Zoten und Witze über andere ist die einfachste Art, Lacher zu erzeugen. Aber diese Lacher kommen nicht aus dem Herzen. Abgesehen davon will ich ja auch nicht, dass sich jemand über mich lustig macht. Es kommt doch alles zu mir zurück: Shitstorm oder Candystorm.

FRIZZ: Spielt Anstand im Umgang untereinander eine große Rolle für Sie? Auf der Bühne könnten Sie ja richtig vom Leder ziehen.
Heike Sauer: Wenn ich jemanden angreife, dann geht doch sofort der Rolladen runter, da bewirke ich dann gar nichts. Angenommen, ich würde auf der Bühne ständig über Männer herziehen und da sitzt eine Frau im Publikum, wo es grad zu Hause nicht gut läuft. Wie geht die denn heim? Was sagt die dann zu ihrem Partner? Was antwortet der? Haben die noch einen schönen gemeinsamen Abend? Marlies’ goldene Regel ist: „Was ich will, das man mir tu, das füg ich allen andern zu!“ Oder gerappt: „Respekt ist krass korrekt und zeigt der wo’s checkt!“.

FRIZZ: Als Künstlerin sein Leben zu bestreiten ist sicherlich nicht immer leicht. Gab es je Momente, die Sie an ihrem beruflichen Weg haben zweifeln lassen?
Heike Sauer: Naja, berufliche Zweifel kennt wohl jeder. Für mich sind Zweifel immer ein Anlass nachzudenken und wenn nötig, etwas zu verändern. Zum Glück waren das bislang immer Veränderungen zum Besseren. Von daher sind Zweifel immer wieder willkommen! Ich bin gespannt, was da bei mir noch so alles in der Pipeline hängt.

FRIZZ: Wo finden Sie denn Anregungen und Impulse, die Sie dann auf der Bühne aufarbeiten?
Heike Sauer: In mir drin und um mich rum, mitten im Leben, auf der Straße, in Gesprächen und beim Rumblödeln. Meistens erzähle ich auf der Bühne Dinge, die mich selber beschäftigen und merke dann: Aha, den andern geht’s genauso. Oft werde ich allerdings auch zu speziellen Themen angefragt wie z. B. Burnout, Frisörhandwerk, Bausparverträge, Verbindungselemente, Feuerwehr…Da bin ich immer wieder selber erstaunt, was es alles gibt, oder kennen Sie Blindnietmuttern oder die Strukturkonzepte der Pflegepraxis? Hätten Sie gewusst dass ein Fön in der Fachsprache Diffusor heißt?

FRIZZ: Wie lange brauchen Sie, um ein solches Soloprogramm zu schreiben? Arbeiten Sie da ganz alleine dran oder holen Sie sich Unterstützung?
Heike Sauer: Man muss sich das so vorstellen: Ich bin von Woche zu Woche unterwegs und meist mit ganz unterschiedlichen und oft einmaligen Texten. Da muss ich ganz schnell sein und das bin ich am besten allein am PC. Bei einem ganzen Abendprogramm bin ich eher langsam und dafür sehr genau. Es gibt ein Duoprogramm mit Fidelius Waldvogel und zusammen mit Hanna Münch das Projekt „Münch & Sauer“ (www.muenchundsauer.de). Die Programme zu zweit werden auch zu zweit geschrieben und es ist immer wieder toll zu erleben, wie das im Pingpong hin und her geht und immer größer wird. Solo schreib ich solo und da überrasche ich mich manchmal selber, was am Ende rauskommt. Und dann bekomme ich immer wieder herrliche Impulse von meinem Partner. Er ist quasi mein Muserich.

FRIZZ: Wird das dann auch getestet, wenn Sie so ein Programm geschrieben haben? Holen Sie sich Freunde und Familie und spielen Sie es denen einmal vor?
Heike Sauer: Sobald ich vor Publikum geh - egal ob Fremde oder Freunde - hab ich mir zuvor lang und breit und tief Gedanken darüber gemacht, was ich sagen will. Da wird dann nicht mehr groß rumprobiert und da lass ich mir dann auch nicht mehr viel reinreden. Da geht es dann nur noch ums Feintuning.
Manchmal ist es aber so, dass sich Dinge anders anfühlen als sie nach außen wirken. Deshalb ist es gut, wenn jemand von außen draufschaut. Das ist bei mir die Regisseurin Sonja Koos von der Zeller Scheune, meiner Theaterheimat. Mit ihr probe ich meine Abendprogramme sehr genau, bevor sie auf die Bühne kommen.

FRIZZ: Bevor Sie auf die Bühne gehen, haben Sie da ein bestimmtes Ritual? Spucken Sie dreimal über Ihre linke Schulter? Trinken Sie vielleicht einen Schnaps?
Heike Sauer: Ohne mein Käsebrot und meinen Tee geh ich nicht aus dem Haus. Ansonsten fängt das Ritual schon früh an, ich bin nämlich mehr als rechtzeitig vor Ort, um jede Hektik zu vermeiden. Früher war ich sehr nervös vor den Auftritten, da war das Ritual: Rumrennen wie eine verlegte Henne, inzwischen verlangsame ich mich mit Qi Gong. Und das Allerwichtigste ist: Freuen! Wenn ich mich auf einen Auftritt wirklich freue, hat das Lampenfieber keine Chance. Und es ist ja auch wirklich eine Freude, dass mir z.B. beim Abendprogramm 90 Minuten lang zugehört wird! In unserer Zeit! Sensationell!

FRIZZ: So ein Programm besteht ja aus extrem viel Text. Ist es Ihnen schon mal passiert, dass Sie einen Blackout hatten und Ihren Text vergessen haben?
Heike Sauer: Klar! Aber ich habe immer einen Spickzettel in der Tasche!

FRIZZ: Sie gewannen 2006 den Sebastian-Blau-Preis für schwäbisches Kabarett und 2008 den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg. Was bedeuten solche Preise für Sie?
Heike Sauer: Das waren zwei wunderbare Preise, die mich unglaublich gefreut haben. Zum einen ist ein Preis eine Anerkennung für das, was man geleistet hat und zum anderen sozusagen DIN-Zertifizierung. Und mit Mund-zu-Mund-Propaganda kombiniert wird er zum Türöffner!

FRIZZ: Heike Sauer holt den schwäbischen Dialekt aus der tumben Ecke und verschafft ihm ein positives, flottes und ausnahamsweise frauliches Image, war einmal über sie zu lesen. Ist es Ihnen ein Anliegen, schwäbisch salonfähig zu machen?
Heike Sauer: Ich finde es ziemlich schade, dass man Schwäbisch anscheinend salonfähig machen muss! Nach einem Auftritt hat mal jemand gesagt: „Das hätten wir gar nicht gedacht, dass Schwäbisch so intelligent sein kann!“ Klar – wir Schwaben sind ja auch alle doof, oder was? Ich bin schwäbische Native Speakerin, Hochdeutsch ist für mich erste Fremdsprache. Als die Marlies entstand, war glasklar, dass sie schwäbisch schwätzt. Dann kommt das Gesagte echt und ehrlich rüber und ich hab das Gefühl, dass ich nah beim Publikum bin. Und auch in Thüringen oder NRW hat man mich verstanden! Sehr schade find ich, dass Schwäbisch manchmal ein K.O.-Kriterium für Auftritte ist, und das sogar in Stuttgart!

FRIZZ: Wie halten Sie sich fit für Ihre Auftritte?
Heike Sauer: Ich mach oft ganz fix nix. Ansonsten besteht mein körperliches Training aus Einräumen, Ausräumen, Umräumen, Rumräumen, Herräumen, Wegräumen und das treppauf und treppab zwischen Wohnung, Keller, Dachboden, Auto und Bühne. Ein umfassendes Sportprogramm wie Helene Fischer hab ich nicht.

FRIZZ: Neben Ihren Bühnenprogrammen erschaffen Sie auch skurrile, witzige und nachdenkenswerte Kunstwerke aus altem Kitsch und Trödel unter dem Label „KunstKitsch & GruschdUpcycling“. Was macht die Ausstellung im Stadthaus 2019 besonders?
Heike Sauer: Sie macht gute Laune und hinterlässt eine positive Stimmung! Genau wie beim Kabarett. Auch in der Bildenden Kunst geht es bei mir humorvoll aber auch kritisch zu. Es gibt Objekte zum Schmunzeln und Szenerien, wo das Lachen im Hals stecken bleibt. Viele Teile haben auch einen hohen Wiedererkennungswert, weil viele Erinnerungen - oft aus der Kindheit - drinstecken. Ich glaube, mein gesammelter Gruschd sprengt die üblichen Kunst-Sehgewohnheiten. Kurzum: das müssen Sie gesehen haben! Einen Vorgeschmack gibt es auf kunstkitsch.de.

FRIZZ: Welche Kabarett-Kolleginnen und -Kollegen schätzen Sie besonders?
Heike Sauer: Ich nenn mal zwei von ganz, ganz vielen: Anke Engelke und Hagen Rether. Die würde ich auch gerne persönlich kennenlernen! Insgesamt ist es schade, dass man viel zu selten auf Kolleginnen und Kollegen trifft, weil jeder dann doch eher auf Solopfaden wandelt. Aber wenn es mal eine mixed show gibt, ist es immer ein großes Hallo! Besonders schön find ich, wenn der Konkurrenzgedanke über Bord geworfen wird und man sich gegenseitig unterstützt und austauscht.

FRIZZ: Gibt es jemanden, mit dem Sie gerne einmal auf der Bühne stehen würden?
Heike Sauer: Ich wäre sehr gern Stargast bei der Muppet-Show! Ein Trio mit Miss Piggy und Kermit, begleitet von der Muppet-Show Band – der Knaller!

FRIZZ: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Heike Sauer: Wenn ich ehrlich bin: oft auf dem Sofa mit meinem Partner. Aber ich rappel mich auch hoch und geh dann sehr gerne fremd - ins Theater. In Ulm gibt es tolle Menschen, die tolle Dinge umtreiben: die Theaterwerkstatt, die Strado Compagnia Danza, die Junge Bühne, KunstWerk, die Literaturwoche und und und.

FRIZZ: Wo in Ulm halten Sie sich gerne auf?
Heike Sauer: Ich bin sehr gerne an der Donau und schau zu wie alles fließt. Dann denk ich immer: Ja! Lass es laufen! Wie beim Nabada. Da ist alles im Fluss, da geht nichts den Bach runter. Dieses Jahr war das Donaufest für mich das Highlight. Ich war fast jeden Tag dort, aber tatsächlich meistens auf Neu-Ulmer Seite. Ich liebe auch das Canapé Café in der Weststadt! Und das Trödelhaus! Und sämtliche Second Hand Shops!

FRIZZ: Sie hätten 3 Wünsche frei …
Heike Sauer: Ich sing mal das Lied von den Beatles: Love - Love - Love!
Der Rest ergibt sich dann von selber.


Infos findet ihr unter:
www.marliesblume.de
www.kunstkitsch.de
www.muenchundsauer.de


Bilder: 
© Cecilia Espejo