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Stadtgespräch im März




Per Günther hat im Dezember letzten Jahres erneut seinen Vertrag bei ratiopharm Ulm verlängert. Der Mann mit der Nummer 6 bleibt uns bis 2019 erhalten. Was ihn sonst noch umtreibt hat er uns in einem kurzen Interview veraten.


FRIZZ: Du musstest in den letzten Wochen oft pausieren, wie fühlst du dich heute körperlich?Per Günther

Per: Körperlich geht es mir gut. Was mir fehlt sind die Automatismen auf dem Feld. Wenn du von einer Verletzung zurückkommst, kommt dir das Spiel plötzlich irre schnell vor. Nach einer Pause denkt man häufig zu viel nach... Aber es wird besser. Ich bin guter Dinge.

FRIZZ: Ihr seid leider im Eurocup und dem BBL-Pokal nicht weitergekommen. Wie gehen du und die Mannschaft damit um? Erweist sich das frühe Aus als Vorteil am Ende der Saison gegenüber Bamberg und München, die ja beide noch europäisch spielen?

Per: Zunächst ist das Ausscheiden in beiden Wettbewerben enttäuschend. Vor allem im Pokal, da hatten wir uns viel vorgenommen. Aber auch im Eurocup wäre mehr möglich gewesen. Ob das in der Meisterschaft jetzt ein Vorteil ist oder nicht, interessiert momentan noch niemanden. Wir wissen alle, wie stark und tiefbesetzt Bamberg, aber auch München ist.

FRIZZ: Seit langem habt ihr dieses Jahr mit Braydon Hobbs wieder einen weiteren klassischen Aufbauspieler in der Mannschaft. Head Coach Thorsten Leibenath bezeichnet ihn als jemanden, der ein Spiel kontrollieren kann, über ein sehr großes Basketballverständnis verfügt, das schnelle Spiel liebt und weiß, wie er den freien Mann findet. Alles Attribute die auch auf dich 1 zu 1 passen. Ihr spielt sehr erfolgreich, wie wirkt sich seine Verpflichtung auf euer Spiel aus? Hat sich dadurch deine Rolle im Spiel/Team verändert?

P
er: Es macht mir riesengroßen Spaß mit Braydon zu spielen. Es ist schon so: wenn er auf dem Feld ist, kann ich mich auf der Bank entspannen - er macht so vieles richtig. Meine Rolle hat sich aber nicht wirklich verändert. Ich versuche das Spieltempo zu kontrollieren und immer dann einen reinzuwerfen, wenn ich denke, dass wir Punkte brauchen.

FRIZZ: Du bist seit 2008 bei Ratiopharm Ulm. Mit dir hat sich auch der Verein sportlich weiterentwickelt. Du musstest bisher nicht wechseln, hast schon dreimal in Ulm verlängert und konntest doch auf einem immer höheren Level spielen. Du bist einer der wenigen Spieler mit einem Vertrag bis 2019. Was passiert im Sommer mit dem Team? Und wie geht die sportliche Entwicklung von Ratiopharm Ulm weiter? Welche Möglichkeiten eröffnet das geplante Basketball-Trainingszentrum „Orange Campus“ an der Donau in Neu-Ulm für die Zukunft von Ratiopharm Ulm?

Per: Schwer zu sagen. Außer Tim, mir und Coach Leibenath hat glaube ich aktuell niemand einen Vertrag für die nächste Saison. Aber ich vertraue hier Manager Dr. Thomas Stoll - ihm wird schon was einfallen. Was den Campus anbelangt: Ich glaube das könnte einen ähnlichen Effekt haben, wie der Umzug in die ratiopharm arena. Der OrangeCampus wird uns Möglichkeiten eröffnen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.

FRIZZ: Die BBL möchte 2020 die stärkste Basketball-Liga Europas werden. Direkte Vergleiche sind immer schwierig, aber vor allem bei internationalen Spielen (Euroleague, Eurocup) tun sich die deutschen Mannschaften in der Spitze noch schwer. Was muss in der BBL passieren, um auch international erfolgreich zu sein? Welche Rolle könnte Ratiopharm Ulm in Europa spielen?

Per: International waren wir dieses Jahr mit Bamberg, Alba, München und uns ja gar nicht so schlecht unterwegs. Bamberg schlägt sich in der Euroleague sehr gut und München hat Chancen den Eurocup zu gewinnen. Was das Ziel stärkste Liga Europas angeht, sehe ich die BBL auf einem guten Weg, halte es aber auch nicht für zwingend notwendig, sich unbedingt an diesem Marketing-Ziel festzuhalten.

FRIZZ: Du hast letzten Sommer aus privaten Gründen nicht mit der Nationalmannschaft die EM-Qualifikation gespielt (auch Karsten Tadda oder Tim Ohlbrecht nicht). Die Nationalmannschaft hat nicht geglänzt, aber wenigstens das Minimalziel der EM-Qualifikation wurde erreicht. Sehen wir dich nochmal im Nationalmannschaftstrikot?

Per: Das kann ich noch nicht sagen. Vielleicht liegt das auch gar nicht in meiner Hand. Es scheint sich abzuzeichnen, dass der Verband aus der Absagenflut Konsequenzen zieht und nur noch mit den Spielern plant, die auch letztes Jahr dabei waren.