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Stadtgespräch im Juli


mit Ina-Katharina Barthold

Ina-Katharina Bartholt

Neu-Ulm ist eine Große Kreisstadt und der Verwaltungssitz des Landkreises Neu-Ulm im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, genauer in Mittelschwaben. Die Hochschulstadt liegt an der Westgrenze Bayerns am rechten Donauufer gegenüber der Großstadt Ulm (Baden-Württemberg). Neu-Ulm ist nach Augsburg und Kempten (Allgäu) die drittgrößte Stadt des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben. Citymanagerin ist seit August 2016 die Event- und Projektmanagerin Ina–Katharina Barthold.


FRIZZ: Sie waren vor Ihrer jetzigen Tätigkeit im Marketing eines Neu-Ulmer Modeunternehmens beschäftigt. Warum haben Sie sich für die Stelle der Citymanagerin beworben?

Ina-Katharina Barthold: Die Herausforderung, neue Impulse zu setzen z.B. mehr Attraktivität und Aktionen in die Stadt zu bringen in der ich selbst lebe. Ferner war für waren für mich ausschlaggebend die Steigerung von Lebens- und Aufenthaltsqualität aktiv mitgestalten zu können.

FRIZZ: Welche Ziele und Visionen haben Sie für die Stadt Neu-Ulm?

Ina-Katharina Barthold: Nachhaltige und natürlich erfolgreiche branchenbezogene Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen. Neu-Ulm als „Einkaufsstadt“ zu profilieren in der große wie kleine Betriebe ihren Stellenwert haben. Unsere kleine aber feine Gastronomie weiter ausbauen, indem etablierten Gastronomen sowie Neueinsteigern der Start für neue Konzepte ermöglicht wird. Gerade abends fehlt es noch an Lounges und Musikcafe’s. Ich strebe einen Ausbau des Netzwerks von W.I.N.-Mitgliedern an. Je stärker die Kommunikation untereinander stattfindet desto mehr profitieren alle davon. Zu meinen Zielen gehört natürlich Veranstaltungen mittelfristig donauübergreifend veranstalten zu können. Hierzu bin ich mit Herrn Krone von City Marketing Ulm im Dialog.

FRIZZ: Das Motto des Neu-Ulmer Stadtvereins -Wir in Neu-Ulm e.V.- lautet: „strategisch denken, vernünftig handeln“, was bedeutet das genau?

Ina-Katharina Barthold: In der Zeit von stärker werdenden Online Handel und Flächenexpansion im stationären Handel müssen Ansiedlungen genau beobachtet werden. Die Betreiber brauchen häufig Unterstützung beim Aufbau oder Umstrukturierung Ihrer bisherigen Konzepte. Anzustrebende Partnerschaften helfen zudem zwischen den Unternehmen Synergien zu schaffen. All das bedeutet vorausschauendes und planerisches Vorgehen. Hier sehe ich eine Chance durch W.I.N. all dies zu vermitteln. Aktionen umsetzen die nachhaltig sind und für die Stadt einen Mehrwert/Bereicherung bieten, wie z.B. den Ulmer/Neu-Ulmer Citygutschein oder die Veranstaltung „ Neu-Ulm spielt“ sind Beispiele.

FRIZZ: Auf der Homepage von „WIN“ steht der schöne Satz: Die Stadt, in der wir leben, soll leben. Was macht eine Stadt lebendig?

Ina-Katharina Barthold: Engagement und Vielfalt macht eine Stadt lebendig, wie z.B. Belebung durch attraktive Veranstaltungen in der Stadt in allen Bereichen, wie Handel, Gastronomie, Kultur, Freizeit und Gesundheit. Nicht zu unterschätzen ist die gute Infrastruktur, wie Erreichbarkeit und Auswahl verschiedensten Einzelhändel, die die Bürger schätzen. Ich selber entspanne lieber in einem Café als Stunden mit dem Auto im Stau zu stehen, um Kleinigkeiten zu erledigen.

FRIZZ: Welche Vorteile haben Mitglieder?

Ina-Katharina Barthold: Wir versenden eine Infopost in der Mitglieder werben können, dazu kommen werbliche Vorteile in allen Bereichen wie Social Media, Webseite und Medien, Ulmer-Neu-Ulmer Citygutschein (nur für Mitglieder des Ulmer Citymarketings und wín). Es gibt Unterstützung bei Firmenevents, B2B Kontakte durch Stammtische, Ausstellungsstände auf Veranstaltungen zu besonderen Konditionen und Ansprechpartner bei Anliegen mit der Stadt Neu-Ulm.

FRIZZ: Welche Projekte haben Sie im letzten Jahr begonnen?

Ina-Katharina Barthold:
  • Der Ulmer-Neu-Ulmer Citygutschein
  • Weihnachtsshuttle und Koordination der Weihnachtsmärkte
  • Die Gesundheitsmesse
  • 1. Neu-Ulmer Action Woche
  • City-Mitgliederstammtisch jeden Monat
  • Vorträge in verschiedenen Bereichen z.B. zum Thema Verkehrsführung in der Innenstadt  u.a. „Bus Rapid Transit“ - Vortrag oder auch Umbau der Ludwigstrasse
  • Arbeitsgruppe für das 150-jährige Stadtjubiläum
  • Arbeitsgruppe  „Fair-Trade Town“ unter der Federführung von Frau Katrin Albsteiger

FRIZZ:
Wie wichtig ist das Umland als kaufkräftige Zielgruppe?

Ina-Katharina Barthold: Besonders durch die Engpässe in der Ulmer City orientieren sich viele Menschen aus dem Umland nach Neu-Ulm. Dabei ist für die Menschen neben der komfortablen Erreichbarkeit auch die komfortable Parksituation und gerade für ältere Menschen auch der öffentliche Nahverkehr von Bedeutung. Bahn und Buslinien halten direkt in der Innenstadt. Vom Bahnsteig in die Ludwigstraße, Augsburgerstraße oder Glacis Galerie, sind es nur wenige Gehminuten. Dazu kommt noch der Erlebnischarakter. So gibt es neben Fitnessstudios, Cafés, Restaurants bis hin zu Kletterhalle, Kart-Bahn und Erlebnisparcours eine solche Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten. Allein der Glacis Park mit Biergarten und Bühne ist im Sommer ein Besuch wert. In der Galerie sind in jeder Woche andere Events. Auch das Tanzstudio lädt zum Mitmachen oder zuschauen ein. Bedeutend und als positives Zeichen sind auch die nach langen Jahren Lehrstand neu bezogenen Großflächen wie Baywa und Mahler zu sehen. Auch in diesen Bereichen hat sich viel getan.  Je mehr Neu-Ulm die Passanten Frequenz des Umlands erreicht, desto besser ist die Kaufkraft, Kundenbindung und Anziehungskraft, für das Image Neu-Ulms. Durch die Glacis Galerie mit ihren knapp 100 Geschäften haben wir diese Zielgruppe schon steigern können und das derzeitige Angebot von Veranstaltungen (siehe Veranstaltungskalender des Centers) zeigt auch die positive Entwicklung.

FRIZZ: Immer mehr Haushalte kaufen online, was setzen Sie dem entgegen?

Ina-Katharina Barthold: Auf jeden Fall, die Informations- und Kommunikationsmedien nutzen, um die persönliche Beziehung zu den Kunden zu festigen und auszubauen. Ein weiterer Punkt ist ein Stadtzentrum entstehen zu lassen, das zum Verweilen und Shoppen anzieht. Im heutigen Internet-Zeitalter ist die Beziehung Mensch-Mensch immer wichtiger finde ich.

FRIZZ: Wie empfinden Sie die Medienlandschaft der Stadt Neu-Ulm und wie wichtig ist es für die Stadt?

Ina-Katharina Barthold: Jeder Deutsche nutzt durchschnittlich täglich zehn Stunden Medien, davon achteinhalb Stunden die tagesaktuellen Medien: Fernsehen, Radio, Zeitung und Internet. Online Contents sind inzwischen die wichtigste Informationsquelle der Menschen. Deshalb ist es für jede Stadt wichtig, um Informationen publik zu machen. Freie WLAN Spots wären ein Gewinn für Neu-Ulm. Immerhin sind in der Stadt-Bücherei und in der Glacis Galerie kostenlose Hotspots vorhanden.

FRIZZ: Sind Sie auch im Dialog mit anderen Städten, gibt es da einen regelmäßigen Austausch?

Ina-Katharina Barthold: Ja, um sich über bevorstehende und umgesetzte Projekte zu informieren und deren Effizienz sowie Nachhaltigkeit zu prüfen.

FRIZZ: Welche Unterschiede erkennen sie im Marketing zwischen Neu-Ulm und Ulm? Gibt es da auch eine Zusammenarbeit?

Ina-Katharina Bartholdh: Unterschiede gibt es aber im Grunde genommen haben wir das gleiche Aufgabengebiet. Die derzeitigen Prioritäten sind anders, da wir uns immer auf verschiedene Situationen einstellen müssen. Wir sind vorrangig dabei erst einmal genügend Aktive zu generieren, die an der Gestaltung der City in den genannten Bereichen mitwirken. Ulmer City Marketing regelt derzeit das Baustellenmarketing während wir das Veranstaltungsmarketing forcieren. Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit Henning Krone und im wöchentlichen Austausch. Immerhin haben wir schon einige Projekte zusammen umgesetzt, wie z.B. den Ulm/Neu-Ulmer Citygutschein und werden auch in Zukunft, diese Verbindung ausbauen mit neuen Ulm /Neu-Ulm Projekten und Veranstaltungen.

FRIZZ: Ist die Ratiopharm Arena mittlerweile unverzichtbar für das Kulturleben geworden?

I
na-Katharina Barthold: Für den Sport ist die Arena sicherlich unverzichtbar. Durch die Basketball Bundesliga hat Neu-Ulm auch eine nationale Bedeutung bekommen. Die Arena ist eine große Bereicherung für Neu-Ulm und neben den Sportveranstaltungen kommen zusätzlich viele Besucher zu Konzerten, Messen und Märkte.

FRIZZ: Welche herausragenden Veranstaltungen gibt es überhaupt von der Stadt und W.I.N in Neu-Ulm?

Ina-Katharina Barthold: An herausragende Veranstaltungen arbeiten wir derzeit für 2018 und 2019. Mit der 150 Jahr Feier werden wir sicherlich das bisher Dagewesene toppen. In 2018 wollen wir mit einer großen Aktion schon einmal üben. Derzeitige Veranstaltungen wie das „Neu-Ulmer Stadtfest“, die „1. Neu-Ulmer Actionwoche“, oder das „Straßenmusikfestival“, der „altertümliche Weihnachtsmarkt“, die „Ludwigsvorfeste“ ziehen schon viele Besucher an. „Neu-Ulm spielt“ hat z.B. von Jahr zu Jahr mehr Aktivitäten zu bieten und dadurch steigt auch die Besucherzahl.

FRIZZ: Gibt es Charaktereigenschaften die eine Citymanagerin unbedingt haben sollte?

Ina-Katharina Barthold: Von Vorteil ist Empathie, Offenheit, Kreativität und Belastbarkeit.

FRIZZ: Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?

Ina-Katharina Barthold: Morgens bin ich vorwiegend in meinem Büro und erledige die Büroarbeiten, wie Post, Pressemittteilungen, Vor-und Nachbereitung von Versammlungen oder Sitzungen sowie Organisation von bevorstehenden Veranstaltungen….usw. Gegen Mittag stehen Kontaktpflege, Neugewinnung oder Motivation der Mitglieder sowie sämtliche Termine mit Presse, Sponsoren, der Stadt oder Geschäftspartnern an. Der Tag endet häufig mit Besuchen von Veranstaltungen. Dabei gibt es auch mal ein open End.

FRIZZ: Auf was möchten Sie in Neu-Ulm auf keinen Fall verzichten?

Ina-Katharina Barthold: Auf die gute Erreichbarkeit der Geschäfte, das Freizeitangebot, die kleinen Stammgeschäfte und die kleine und feine Gastronomie.