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Stadtgespräch im Februar



Ariane Müller

Ariane Müller, Tochter einer Berliner Ärztin und eines schwäbischen Lehrers wurde in den 80ern in Ulm geboren. Sie wurde im Dorf groß und ist von klein auf Musik-Nerd. Mit sechs Jahren gab es Klavierunterricht, mit 13 eine Gitarre, mit 14 rockte sie in Bands und mit 17 entdeckte sie das Theater.



FRIZZ:
Trotz all der Affinität zur Musik, absolviertest du ein Magisterstudium in Soziologie und Sozialen Verhaltenswissenschaften. Warum gerade diese Studiengänge?


Ariane Müller: Ich wollte damals Richtung Journalismus gehen, da schien ein Magister eine gute Basis. Ich habe außerdem Geschichte, Philosophie und Jura erfolgreich abgebrochen.

FRIZZ: Der Übergang vom Studium zur Profimusikerin war nahezu fließend bei dir. Wie kam es dazu?

Ariane Müller: Schon als Schülerin und Studentin habe ich mir mit Musik Geld verdient. Nach dem Studium habe ich also zu meiner Freude bemerkt, dass ich bereits davor einen Beruf hatte und nie hätte studieren müssen. Aber als Akademikerin darf ich 15 Minuten zu spät kommen, ...  immerhin.

FRIZZ:Deine musikalische Vielseitigkeit hast du bisher nicht nur in Musical-Kompositionen, Kabaretts, Musikalischen Leitungen, Galas, Shows, sondern auch zusammen mit Julia Gámez Martín als Musik-Comedy Duo „Suchtpotenzial“ gezeigt. Würdest du dich auf ein Genre festlegen lassen wollen?

Ariane Müller: Nein. Nicht mal unser Duo Suchtpotenzial kann man auf ein Genre festlegen, und ich mache ja auch ganz andere Sachen wie Podcasts, Regie, Moderation. Meistens hat es bei mir beruflich aber irgendwas mit laut und lustig zu tun.

FRIZZ: In eurem neuen Programm „Eskalatiooon“ stellt ihr wichtige Fragen wie:“ Wann wurde aus Sex, Drugs & Rock 'n' Roll" eigentlich "Selfie, Smoothie & Spotify", oder „ist Karma wirklich eine Bitch“? Habt ihr darauf Antworten gefunden?

Ariane Müller: Ja. Auf alle wichtigen Fragen haben wir Antworten, deshalb empfehle ich dringend einen Besuch unserer Show.

FRIZZ: Was würde in einer Inhaltsangabe von „Eskalatiooon“ stehen?

Ariane Müller: Das können andere besser beschreiben, ich stecke ja selbst drin und kann nur sagen: Wir spielen unsere eigenen Songs, die sind sehr ehrlich, direkt, aus dem Leben. Meine Kollegin Julia Gàmez Martìn ist live eine absolute Granate, die singt und tanzt, dass die Leute durchdrehen. Im besten Fall eskaliert das Publikum mit uns!

FRIZZ:Wie lange braucht ihr, bis so eine Abendshow steht?

Ariane Müller: Eine Suchtpotenzial Show zu basteln dauert sehr lange, da wir alles selber machen, zu zweit. Vom Texten übers Komponieren, Performen, wir sind sehr heikel und verwerfen Songs oft wieder und probieren neue aus. Manchmal schreibt man einen guten Song in fünf Minuten, manchmal kaut man ewig an einem Text rum. Wir arbeiten jetzt schon an neuem Material für Herbst 2019.

FRIZZ:Am 10. Mai 2018 bist du zusammen mit Henrik Wagner unplugged im Stadthaus zu sehen? Was können die Zuschauer da von euch erwarten?

Ariane Müller: Das wird sehr kuschelig und privat. Nur Henrik, der Flügel und ich, wir spielen unsere Lieblingssongs, völlig pur ohne Band und Schnickschnack. Henrik ist einer der besten Sänger, die es gibt und ein wahnsinnig netter, lustiger Typ. Ihn zu begleiten macht sehr viel Spaß. Gemeinsame Konzerte machen wir bereits seit zehn Jahren, seit Jesus Christ Superstar! Das ist ein Jubiläumskonzert!

FRIZZ:Du hast die musikalische Leitung der deutschen Erstaufführung von „Rock of Ages“ im Ulmer Theater. Am 07. Juni 2018 ist die Premiere. Auf was dürfen sich die Besucher hier freuen?

Ariane Müller: Wer den Hard Rock der späten 80er mag, Whitesnake, Bon Jovi, Journey, wer albern ist, wer Musical mag, wird es lieben. Wir haben eine super Band, eine tolle Besetzung und ich glaube, das wird extrem rocken. Ich habe es selbst am Broadway gesehen und extrem abgefeiert, es ist äußerst schräg, laut und knallig. Ulmer, am besten jetzt schon Vokuhila und Schnurrbart wachsen lassen!

FRIZZ:Du hast schon etliche Preise gewonnen. Über welchen hast du dich besonders gefreut und warum?

Ariane Müller: Tatsächlich ist jeder Preis ein totaler Glücksmoment. Ganz besonders hab ich mich über den Prix Pantheon gefreut, den wir 2015 völlig überraschend gewonnen haben. Das ist einer der wichtigsten Preise im Kabarettbereich, und der hat uns damals viel Schwung gegeben.

FRIZZ:Welche beruflichen Wünsche und Ziele hast du für die Zukunft?

Ariane Müller: Ich hoffe, dass weiterhin Zuschauer in die Shows kommen. Ohne die macht das Ganze keinen Spaß. Und ich hoffe, auch in Zukunft mit so tollen Künstlern zusammenarbeiten zu dürfen wie bisher.

FRIZZ:Nach deinen beiden Auftritten an Silvester im Roxy stand in der Südwestpresse: “Ariane Müller rief, und die Musik- und Spaß-Fans kamen (und kamen auch auf ihre Kosten)“. Macht dich so einen Schlagzeile stolz?

Ariane Müller: Wow, hab ich gar nicht gelesen! Toll, dass jemand von der SWP da war. Also, ich freue mich immer, wenn die Leute kommen! Und wenn sie auch noch Spaß haben, dann bin ich sehr stolz auf mein Team.

FRIZZ: Wie gehst du mit negativer Kritik deiner Arbeit um?

Ariane Müller: Kommt drauf an, konstruktive Kritik versuche ich umzusetzen. Wenn es aber sehr fies ist, sage ich mir, dass der Kritiker einen kleinen Pimmel hat. Und so richtig blöde YouTube Kommentare lösche ich einfach.

FRIZZ: Hattest du als Kind einen Traumberuf?

Ariane Müller: Ja. Ich wollte mit dem Zirkus mitgehen.

FRIZZ: In einem früheren Interview von dir las ich, dass du keinen Fernseher hast, ist das immer noch so?

Ariane Müller: Ja, aber ich bin mittlerweile Internetsüchtig.

FRIZZ: Muss Humor für dich tiefgründig sein, oder darf er ruhig auch aus der banaleren Ecke kommen?

Ariane Müller: Klar, manchmal darf es ein Kalauer sein. Ich kann mich über flache Gags total kaputtlachen, es kommt aber halt mmer auf den Kontext an.

FRIZZ: Welche Humoristen schaust du dir gerne an?

Ariane Müller: Die Ärzte, Helge Schneider, Tenacious D

FRIZZ: Mit wem würdest du gerne mal einen Tag verbringen?

Ariane Müller: Reinhard Mey

FRIZZ: Welche Lieblingsbands hast du?

Ariane Müller: Das ändert sich ständig, zurzeit hör ich viel Deep Purple, John Mayer und die Stones

FRIZZ: Was liest du gerne?

Ariane Müller: Gute Kritiken.

FRIZZ: Wie findest du die „# me Too“ Kampagne?

Ariane Müller: Wichtig!

FRIZZ: Wohin würdest du noch gerne reisen?

Ariane Müller: Las Vegas!

FRIZZ: Gab es nennenswerte Vorsätze für 2018?

Ariane Müller: Nein, ich hatte keine Zeit drüber nachzudenken wegen der Doppelshow im Roxy. Aber ich nehme mir jedes Jahr vor, endlich mehr Alkohol zu trinken.

FRIZZ: Wenn du drei Wünsche frei hättest...?

Ariane Müller: Ich bin für den Weltfrieden, will den Regenwald retten und hätte gerne, dass Ulm am Mittelmeer liegt.