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Stadtgespräch im August


mit Verena Schneider



Verena SchneiderDie Venet-Haus Galerie wurde 2007 in Neu-Ulm gegründet. Die Galerie und das damit verbundene Gebäude erhielten ihren Namen durch den international bekannten, französischen Bildhauer Bernar Venet. Die Galerie im Venet-Haus ist eingebettet in die innerstädtische Stadteingangssituation des Neu-Ulmer Zentrums, am stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt Bahnhofstraße/Reuttierstraße. Inhaberin der Galerie sowie Leiterin der Neu-Ulmer Kunst GmbH ist Verena Schneider.



FRIZZ: Für Normalsterbliche hat der Beruf der Galeristin etwas Rätselhaftes: Man denkt an wohlhabende Schöngeister, die sich den ganzen Tag mit interessanten, hippen Leuten umgeben, zwischendurch reiche Sammler durch ihre Galerie führen und den Abend in einer Szenebar beim Rotwein ausklingen lassen. Ist das so?

Verena Schneider: Der Arbeitsalltag sieht zum Glück ganz anders aus. Eine Galerie zu leiten ist in der Realität sehr viel unglamuröser als viele es sich vorstellen. Die Arbeit ist auch sehr körperlich — Transporte der Werke, Hängungen und Installationen — und selten einmal so wie von Ihnen angenommen. Vieles sind schlichte organisatorische Aufgaben und Büroarbeit. Den Glamour gibt es, wenn überhaupt, dann auf den Vernissagen oder Previews.

FRIZZ: Sie studierten Neue Medien und Literatur. Wann entdeckten Sie Ihre Leidenschaft für die Kunst?

Verena Schneider: Aufgrund meines Studiums als Literatur- Kunst- und Medienwissenschaftlerin hatte ich von Haus aus bereits viel mit Kunst und Kultur zu tun. Den entscheidenden Ausschlag gab mir vor fünf Jahren aber mein Schwiegervater. Als leidenschaftlicher Kunstsammler hat er mit mir zusammen jede nur mögliche Kunstausstellung besucht und -messe besichtigt und mir diese Welt gezeigt. Ich habe mich ziemlich schnell in diese Welt verliebt und empfand die Zusammenarbeit und den Kontakt mit unterschiedlichsten Künstlern super spannend. Also habe ich meine Leidenschaft auch beruflich umgesetzt und mich vor fünf Jahren selbstständig gemacht.
Die Betreuung von privaten Kunstsammlungen und aufstrebende, junge Künstler aus dem süddeutschen Raum zu fördern, waren meine ersten Projekte. Nach zwei Jahren hatte ich die passende Plattform gefunden, die Arbeit in der Kunstwelt zu erweitern und gründete die Venet-Haus Galerie. Die Galerie, in der bereits Namen wie Arne Quinze oder Bernar Venet ausgestellt wurden, bietet nun Raum für zeitgenössische Positionen narrativer und konzeptueller Kunst.

FRIZZ: Die Venet-Haus-Galerie verdankt ihren Namen dem international bekannten Bildhauer Bernar Venet. Wieso wurde das Gebäude gerade nach ihm benannt?

Verena Schneider: Bernar Venet und Werner Schneider sind seit Jahren eng befreundet. Bei der Planung des neuen Bürogebäudes 2005 hatten die beiden bei einem gemeinsamen Essen, die Idee „Kunst am Bau“ auf ein neues Level zu setzen.
Bernar nahm ein Stück Serviette und fing an, ein paar einfache Skizzen zu zeichnen. Die Idee gefiel und so haben wir 2006 eine himmelhoch geschwungene Kunst an unserem Gebäude in Neu-Ulms Innenstadt-Portal Ecke Bahnhofstraße/Reuttier Straße errichtet. Die 37 Meter hohe Stahlbogenskulptur ist eine der größten Venet-Skulpturen in ganz Europa. Weitere Arbeiten von Venet findet man ansonsten nur an tollen Orten wie New York, Madrid, Versailles...
Somit ist unser Standort wirklich besonders. Seit September 2015 kann man nun gleich mehrere neue Arbeiten Venets sehen. Mit der Eröffnung des Skulpturenparks war es uns möglich, ein weiteres „Kunst am Bau„ Projekt mit Bernar umzusetzen, so dass nun acht 14 Meter hohe Arcs den Eingang des Kunstparks säumen.

FRIZZ: Ein wichtiger Akzent Ihrer Galeriearbeit ist die Entdeckung und Förderung jüngerer Künstler. Wo und wie finden Sie diese Talente?

Verena Schneider: Die Idee ist es, kontinuierlich zu entdecken und experimentieren. Es macht mir unheimlich viel Spaß mit jungen Künstlern und Künstlerinnen zu arbeiten und zu wachsen, um etwas Besonderes oder vielleicht sogar Einzigartiges zu kreieren. Wie gesagt waren die Betreuung von privaten Kunstsammlungen und Förderung junger, aufstrebender Künstler aus dem süddeutschen Raum, meine ersten Projekte. Mit der Gründung der Venet-Haus Galerie war der Weg somit frei auf Kunstmessen und Art-Events nach Talenten Ausschau zu halten.

FRIZZ: Auf Ihrer Homepage findet man Informationen zu der ersten Edition von Plusone „Labyrinth of Lies“. Was hat es damit auf sich?

Verena Schneider: Ich denke, Kunst ist eine wesentliche Ausdrucksform für Gefühle und Gedanken, welche den Menschen bewegen. Kunst MUSS deshalb erlebt und vor allem erlebbar gemacht werden. Es ist all das, worin der Künstler ein Stück von sich selbst gegeben hat. Sei es ein großes oder ein eher bescheidenes Werk. Es ist immer Ausdruck einer expressiven Schaffenskraft und des Bedürfnisses, sich mitzuteilen. Aufgrund der aktuellen Lage innerhalb der Weltpolitik, habe ich mir die Frage gestellt: Kann Kunst eine wirkliche Veränderungen zum Guten in der Gesellschaft erreichen? Meiner Meinung nach ist Kunst durchaus in der Lage, etwas in dem Betrachter zu bewirken, was ohne sie nicht möglich gewesen wäre.
Ich wollte deshalb eine Plattform erschaffen, in der zum einen die Wahrnehmung von Kunst verändert wird und die Konzentration ganz auf den Werken liegt und zum anderen interaktiv eng mit anderen Künstlern zusammengearbeitet werden kann. Kooperation und Ideenaustausch mit anderen Kuratoren, Künstlern halte ich für ausgesprochen wichtig und interessant.
PlusOne: Hinter diesem Titel steckt also das Konzept einer Ausstellungsreihe, in der internationale Künstler der Venet-Haus Galerie ihre Arbeiten in Kooperation mit anderen Städten, Galerien und/oder Institutionen und einem ansässigen Künstler - dem PlusOne - präsentieren.
Den Besuchern soll die Möglichkeit gegeben werden, ein komplett neues Konzept des „künstlerischen Networking“ zu erleben. Mit der ersten „Edition“ von PlusOne „Labyrinth Of Lies“ habe ich mit meinem Team in den letzten neun Monaten ein wunderbares Konzept eines leuchtenden Irrgartens aus Regenschirmen konzipiert. Die Ausstellungsräume in Berlin wurden neu erfunden und zur Spielwiese kreativer Denkanstöße. Die stillgelegte Willner Brauerei wurde nicht nur als einfache Ausstellungsfläche genutzt, sondern von über 2.800 Besuchern (in zwei Tagen!) mit in ihr Kunsterlebnis eingebaut.

FRIZZ: Oft braucht man eine umfassende Einführung, um Kunst zu verstehen. Sollte Kunst nicht direkt, ohne viel Hintergrundwissen, zugänglich sein?

Verena Schneider: Das sollte sie. Kunst soll direkt ansprechen und berühren. Deshalb braucht man als „Kunst-Konsument“ meiner Meinung nach auch keine umfassende Einführung. Wenn man tiefer in das Kunstbusiness einsteigt, ist eine gewisse Kompetenz der Einordnung, ob stilistisch oder zeitgeschichtlich, natürlich hilfreich. Grundsätzlich gilt aber sicher: Kunst muss ansprechen und muss emotional etwas auslösen. Dann hat man auch das „richtige“ Kunstwerk. Natürlich kann man Kunst und den Kunstmarkt auch auf gänzlich monetärer und ökonomischer Weise verstehen, wie es in der heutigen Zeit oft auch gehandhabt wird. Kunst als Investment ist aktuell ein großes Thema.

FRIZZ: Was macht die NUK GmbH Neu-Ulm sonst noch?

Verena Schneider: Die NUK GmbH betreut und verwaltet (private) Kunstsammlungen, archiviert und katalogisiert diese. Sammlungen sollen sich entwickeln und lebendig sein. Hier sieht sich die NUK als kreativer Motor. Der neu geschaffene Skulpturenpark in Neu Ulm wird ebenfalls von der Gesellschaft betreut. Zudem ist es die Aufgabe der NUK, Menschen Kunst erlebbarer und transparenter zu machen. Durch Kunstprojekte und Events möchte die NUK Kreativität näher bringen. „Künstler hautnah“ ist eine Workshop-Reihe mit Künstlern verschiedenster Stilrichtungen, welche durch die NUK ins Leben gerufen wurde und direkte Einblicke in den Schaffensprozess und die Denkweisen internationaler Künstler ermöglicht.

FRIZZ: Bieten Sie auch Kunstführungen an?

Verena Schneider: Ja, es gibt die Möglichkeit einen Teil der Sammlung zu besichtigen. Auch innerhalb des neuen Skulpturenparks werden Führungen angeboten. Diese werden ab einer Gruppe von 5 - 15 Personen angeboten. Termine werden individuell nach Absprache vergeben. Hierüber kann man sich auf unserer Website informieren.

FRIZZ: Engagieren Sie sich auch für soziale Projekte?

Verena Schneider: Ich versuche mich sehr im sozialen Bereich zu engagieren, so arbeiten wir beispielsweise eng mit dem gemeinnützigen Verein Support Ulm e.V. zusammen, der in Krisen- und Kriegsgebieten medizinische Projekte initiiert. Die Venet-Haus Galerie hat für einige Spenden-Galas die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und auch durch Kunstauktionen oder Kunstspenden zum Erfolg dieser Veranstaltungen beigetragen. Des Weiteren kooperiere ich mit ein paar Schulklassen und ermögliche es, dass interessierte Kindern mehr über Kunst und Künstler erfahren.

FRIZZ: Empfinden Sie so etwas wie eine kulturelle Verantwortung Vermittlerin von Kunst zu sein? Ist jeder in Ihrer Galerie herzlich willkommen?

Verena Schneider: Natürlich ist jede(r) Kunst- und Kulturinteressierte herzlich in der Galerie willkommen! Die Galerie im Venet-Haus sieht sich ja nicht nur als Galerie im klassischen Sinne, sondern möchte eine Plattform für Kunst und Kultur bieten – dies wird auch im Programm durch Literaturveranstaltungen und Lesungen beispielsweise umgesetzt. Über die Jahre haben sich die Vernissagen mehr und mehr auch zu einem sozialen Event für die „junge Szene“ entwickelt. Bei Drinks, Musik und guter Kunst haben wir mittlerweile Besucher aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness und bieten ein Ambiente, in welchem die Besucher eine spannende Zeit haben sollen, auch über die Ausstellung hinaus.

FRIZZ: Was können Interessierte im Sommer bei Ihnen bestaunen?

Verena Schneider: Über August und September haben wir etwas wirklich Besonderes zu bieten. Vor rund einem Jahr habe ich mich mit den Jungs von dem topalian-milani Buchverlag zusammengesetzt. Die Beiden kamen mit einer spannenden Idee auf mich zu - die Kooperation zweier Künstler aus unterschiedlichen künstlerischen Bereichen, Schriftsteller/-in und Malerei. Heraus kam ein wunderbares Projekt, welches Interessierte ab dem 28. Juli 2017 in der Venet-Haus Galerie erleben können.
Nur so viel vorweg - Die Künstler Anna Kim  aus Wien und Kristian Evju aus London fanden Gefallen an der Kunst des jeweils anderen, ein Dialog entstand und Anna Kim schrieb Geschichten für Evjus Bilder oder adaptierte bestehende Erzählideen auf ein bestimmtes Bild hin. Umgekehrt schuf mein Künstler Kristian Evju Bilder zu Kims Erzählungen.
Es war für mich total schön zu sehen, wie zwei Meister ihres jeweiligen Faches es verstanden haben, Atmosphäre zu erschaffen und die Realität mit dem Traumgeschehen zu verknüpfen.

FRIZZ: Wie und wonach suchen Sie Ihre Künstler aus? Gibt es einen roten Faden, etwas Verbindendes im Venet-Haus?

Verena Schneider: Die Künstler müssen thematisch in unser Portfolio – contemporary art, also zeitgenössische Kunst passen – die Arbeiten müssen unser Galerieteam und mich ansprechen. Wir würden nie Kunst anbieten, die uns gar nicht gefällt. Ich denke, das würden unsere Besucher und Kunden spüren. Die Galerie ist spezialisiert auf Malerei, Skulpturale Kunst und Fotografie. Da zunehmend die jüngere und junge Generation das Kunst sammeln entdeckt, versuche ich auch zeitgeistige Einflüsse mit in den Ausstellungskalender zu integrieren, wie bspw. stärkere Internationalität London und New York (The Connor Brothers), junge Künstler oder wie gerade aktuell street art (Van Ray).

FRIZZ: Gibt es künstlerische Entwicklungen/Richtungen, die Sie derzeit spannend finden?

Verena Schneider: Für mich persönlich ist es spannend zu sehen, dass sich die Ausstellungsform im klassische White Cube verändert. Es gibt immer mehr „Art Events“, in denen die Wahrnehmung von Kunst wieder mehr in den Fokus rückt. Mit unserem Event PlusOne vergangenen Mai in Berlin haben wir es geschafft, dass die Konzentration ganz auf den Werken lag. Es wurde interaktiv eng mit mehreren Künstlern zusammengearbeitet, um so das Erlebnis Kunst neu zu definieren. Ich hoffe bald, solche Konzepte auch in Ulm/Neu-Ulm umsetzen zu können.

FRIZZ: Was enttäuscht oder langweilt Sie dagegen?

Verena Schneider: Gelangweilt bin ich in letzter Zeit von übertriebener Provokation als Message in den Kunstwerken. Seit jeher ist die Kunst eines der wichtigsten Mittel des Menschen, um sich auszudrücken und Provokation und Moral lassen sich oftmals nur beschwerlich vereinen. Meiner Meinung nach sollte die künstlerische Freiheit bezüglich allem, was die Moral zulässt, gestattet werden, dennoch darf Kunst nicht gänzlich von unserer Moral entbunden werden. Künstler sollten zwar definitiv die Provokation suchen, jedoch an sich selbst appellieren, auch während künstlerischer Aktionen moralisch zu handeln.

FRIZZ: Wie versuchen Sie sich überhaupt Kunstwerken zu nähern? Kunstgeschichtlich methodisch, oder lassen Sie sich dabei auch nur mal von Gefühlen oder Intuitionen leiten?

Verena Schneider: Idealerweise wohl ein wenig von beidem. Kunst muss und soll immer subjektiv wirken und ansprechen, davon kann sich auch ein Galerist nicht ganz freimachen. Gefühl und Intuition sowie ein gewisses Fingerspitzengefühl gehören unbedingt bei der Annäherung an Kunst dazu. Die methodische Einordnung und eventuelle zeitgeschichtlich/stilistische Einpassung sollten dann begleitend dazu kommen.

FRIZZ: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Verena Schneider: Ich habe keinen wirklichen Alltag. Viele Leute denken, es wäre ein Nine to five - Job in dem man den ganzen Tag mit interessanten, hippen Leuten rumhängt und Prosecco schlürft. Leider ist das nicht so - in dem Beruf als Galeristin oder Kuratorin ist das Fehlanzeige. Man muss ständig den Kontakt zu den Künstlern und Kunden pflegen und sich kontinuierlich um Dinge kümmern wie Marketing, Planung, Transporte, Ausstellungen oder Messen. Es ist wichtig, informiert zu sein, was auf dem Kunstmarkt läuft, welche Tendenzen es gibt und was aktuell den Kunstmarkt beeinflusst. Man ist sehr viel unterwegs. Ich persönlich genieße das Reisen und Entdecken, Kennenlernen von neuen Städten und Menschen sehr. Der Kontakt mit anderen Interessierten bereichert mein Leben ungemein.
Und natürlich, dass die Menschen mögen, was man macht. Zu sehen, wie sie darauf reagieren und dass es ihnen gefällt. Das ist mitunter eines der schönsten Dinge an diesem Beruf. Man hat die Chance, Künstlern eine Plattform zu geben und ist der Vermittler zwischen der Kunst und dem Betrachter.

FRIZZ: Drei Dinge die Sie in Ulm/Neu-Ulm richtig gut finden?

Verena Schneider: In Ulm, um Ulm und um Ulm herum ...

Das trifft es ganz gut meiner Meinung nach. Unser bekannter Zungenbrecher steht für all das, was es hier zu erleben gibt. Unser Ulmer Münster als Sehenswürdigkeit von Weltrang, sowie traditionelle Feste z.B. das Schwör-Wochenende oder unser „Nabada“ und die besondere Lage an der Donau, welche die schwäbische und bayrische Mentalität verbindet.

FRIZZ: Rückblickend zu Ihren Anfängen, welchen Rat würden Sie sich selbst geben?

Verena Schneider: Habe keine Angst, dumme Fragen zu stellen. Niemand kann erwarten, dass man von Beginn an alles weiß. Geduldig mit sich selbst sein und voller Begeisterung und Leidenschaft für seine Arbeit brennen. Mutig und neugierig den Aufgaben stellen... dann kann (fast) nichts schiefgehen.

FRIZZ: Was ist das Absurdeste, was Ihnen in Ihrem Job passiert ist?

Verena Schneider: (lacht) ich arbeite mit Künstlern zusammen. Da gibt es unzählige verrückte und absurde Geschichten. Vielleicht schreibe ich einmal ein Buch darüber.

FRIZZ: Mit welchem verstorbenen Künstler würden Sie gerne etwas trinken gehen?

Verena Schneider: Mit Frida Kahlo; schon zu Lebzeiten eine Legende, war und ist sie eine der herausragendsten Frauen der Kunstgeschichte, die sich in der Malerei, in der fast alle berühmten Vertreter Männer waren, ihren Platz erkämpfte und bewundert wurde.

FRIZZ: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Verena Schneider: Weiterhin die Möglichkeit zu haben, mit meinem Beruf als Galeristin Menschen Kunst näher zu bringen. Denn Bilder brauchen Wände, Künstler brauchen Galeristen, Skulpturen brauchen Raum. Nun gibt es zwei Arten von Galerien. Die erste Art hängt Bilder an Wände, stellt Skulpturen auf den Boden oder in den Raum. Die andere Art – die Art Galerie, die ich sein möchte – stellt Kontakte her. Bilder sind nicht Luxusgegenstände mit einem Preiszettel daran. Sie sind Ausdruck unserer Kultur. Sie sind die Manifestation kreativer Prozesse, sie sind Ausdruck und Teil der Seele eines Künstlers.
Ich denke Kunst ist da, weil wir Kunst brauchen. Unsere Welt benötigt Kunst, unsere Augen brauchen sie, unser Verstand braucht sie – weil wir alle fortwährend träumen, phantasieren, weil wir uns immer Alternativen zu dieser Welt ausdenken. Die Kunst überwindet die harten Grenzen der Wirklichkeit. Diese Alternativen bieten zu können, ist etwas, für das ich dankbar bin und gerne noch viele Jahre betreiben möchte.