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Meine Typveränderung




Hallo, da draußen. Mein Name ist Tamara, 23 Jahre alt, Grafikerin/Produktionsleitung beim FRIZZ Magazin und mit beiden Beinen im Leben stehend. Ich möchte euch heute gerne eine kleine Geschichte erzählen. Es geht dabei um meine kürzlich erfolgte Typveränderung.

braune lange HaareAlles begann damit, dass ich vor ungefähr sechs Jahren damit anfing, meine Haare zu färben. Meine Naturhaarfarbe kann man vermutlich als das typische Straßenköterblond bezeichnen. Ich stieg damals um, auf einen recht dunklen Braunton. Das war damals eine starke Veränderung (für mich und mein Umfeld), die ich aber nie bereut habe. Es gefiel mir und ich war zufrieden, sodass ich meine Haare auch immer in diesem Ton nachfärbte.

Vor einigen Monaten begann ich dann mit dem Gedanken zu spielen, wieder zu blond zurückzukehren. Zunächst war es nichts weiter als eine fixe Idee. Doch mit der Zeit verfestigte sich dieser Gedanke. Es ließ mich nicht los. Allerdings hatte ich meine Zweifel, ob mir blond stehen würde bzw. es zu mir passt. Nach einigem Hin und Her dachte ich mir letztlich: So schlimm kann es nicht sein. Schließlich bin ich ja von Natur aus blond.
Schließlich recherchierte ich in den Weiten des Internets nach schönen, blonden Frisuren. Und mal unter uns Frauen: Wer macht das nicht? Bei solch einer Veränderung will man sich doch Inspiration holen, oder nicht? Einige Zeit später hatte ich viele Bilder auf der Festplatte gespeichert. Zahlreiche Bilder junger Frauen mit wirklich super schönen Frisuren. Beim Mädelsabend mit Freundinnen bequatschen wir das ganze Thema. Möglichkeiten wurden in den Raum geworfen und Meinungen ausgetauscht. Nach dem Abend stand mein Entschluss fest. Ich war mir sicher. Meine Haare sollten einen wunderschönen Blondton erhalten.

Ich bekam einen guten Tipp für einen Friseursalon, der richtig gut im Bereich des Färbens und Aufhellens sein sollte. Kontakt hatte ich mit der wirklich netten Chefin, einer Friseurmeisterin. Ich schilderte ihr meine Pläne und zeigte ihr Bilder von meiner Wunschfrisur und -haarfarbe. Die Antwort war: „Das dürfte kein Problem sein, das kriegen wir hin.“ Ich war total happy mit der Aussage und konnte es kaum erwarten, meinen Look zu erhalten und so machte ich einen Termin mit ihr aus.
Der Termin stand vor der Tür und ich wusste bereits, ich musste viel Zeit mitbringen. Eine Haaraufhellung ist nicht in ein paar Minuten gemacht. Das dauerte seine Zeit. Als dann der große Tag anstand, war ich richtig aufgeregt und ich glaube, ich machte meine Kollegen verrückt. Ich konnte einfach nicht anders und musste darüber reden. War es eine gute Idee? Würde es gut aussehen? War es die richtige Entscheidung? Fragen über Fragen.
Ich machte etwas früher Feierabend, um den Termin wahrzunehmen, setzte mich ins Auto und fuhr los. Gut gelaunt erreichte ich den Friseursalon. Ich trat ein und erlebte den ersten Downer. Die Chefin hatte den Termin weder in ihr schlaues Büchlein eingetragen, noch war sie im Salon. Ihre Kollegin war so nett, sie telefonisch zu benachrichtigen. Nach etwa einer halben Stunde kam sie, entschuldigte sich und bat mich zu einem freien Platz.
Kaum auf dem Stuhl sitzend, wurde irgendetwas hinter meinem Rücken angerührt. Kurz darauf sollte die Paste auf meine Haare aufgetragen werden. Ich rief erst mal: „Stopp! Was genau tust du denn da?“
Kurz und knapp erklärte sie mir ihr Vorhaben. Es machte irgendwo Sinn und ich dachte, sie ist schließlich Friseurmeisterin. Sie wird wissen was sie tut. Außerdem weiß sie ja auch, was ich haben möchte.
Meine Haare gingen mir zu der Zeit bis über die Brust. Sie waren also schon recht lang. Sie waren allerdings, durch das ständige nachfärben, nicht mehr die gesündesten. Daher sei das Schneiden der Spitzen auch kein Problem, wie ich ihr im Vorfeld mitteilte. Doch es sollte anders kommen!

Kurz gesagt wurden meine Haare aufgehellt, dann gewaschen, geschnitten und blondiert. Da ich im Hinterkopf selbstverständlich keine Augen habe, wusste ich nicht wirklich, was da hinter meinem Rücken vor sich ging.
Eine erste leichte Panikwelle verspürte ich, während dieses Wärmegerät über meinem Kopf hing. Die Haut in meinem Nacken tat auf einmal weh und damit meine ich WEH. Es war nicht nur ein Jucken, sondern echte Schmerzen. Zwar wurde mir im Vorfeld gesagt, dass eine brennende Kopfhaut ganz normal sei, aber das war schon sehr krass. Als die Schmerzen schließlich so schlimm wurden, dass ich dachte, meine Haut würde sprichwörtlich abfackeln, konnte ich nicht mehr. Es war nicht mehr auszuhalten. Die Haube wurde also weggeschoben und ich traute meinen Augen kaum. Meine Haare rauchten. Ich war der festen Überzeugung, dass meine Haare nun vollends hinüber waren. Die Reaktion der Friseurin konnte mich da nicht wirklich trösten. Sie schien ebenso überrascht zu sein, wie ich selbst. Mit einem kleinlauten: „Oh, okay“, führte sie mich zum Waschbecken. Neben den Schmerzen, war der Geruch der mir in die Nase stieg, auch nicht gerade angenehm. Nachdem meine Haare abgespült wurden, brachte man mich zurück an den Platz. Der nächste Schock ließ nicht lange auf sich warten. Ich wickelte das Handtuch vom Kopf und zum Vorschein kam ein Leopardenfell. Mein einziger Gedanke war: Fuck, das Aufhellen funktioniert nicht!

Die Friseurin schien zum selben Ergebnis zu kommen und schlug mir vor, es nun mit einem dunkleren Blondton zu versuchen. Manchmal funktioniere es nicht beim ersten Mal. Nach einigen Tagen könnten wir einen erneuten Aufhellungs-Vorgang starten. Ich war zwar ziemlich angesäuert, doch es macht irgendwo Sinn, was sie sagte. Nun stand aber noch das Haareschneiden an. Um ganz sicher zu gehen, betonte ich extra noch mal, dass sie mir nur die Spitzen schneiden soll. Das Schneiden an sich dauerte nicht allzu lange. Direkt danach färbte sie mir die Haare in einem Dunkelblond. Als alles unter Dach und Fach war und mir die Haare geföhnt wurden, stellte ich zweierlei fest. Zum einen war ich nun dunkelblond, Tendenz orange und zum anderen gingen mir meine Haare jetzt nur noch bis knapp übers Dekolleté. Zu diesem Zeitpunkt war ich wirklich nicht mehr im Stande, irgendwas zu sagen. Ich stand komplett neben mir und ging nach Hause. Immer wieder betrachtete ich mich im Spiegel und wusste nicht, was ich von den nun deutlich kürzeren Haaren halten sollte. Ich war hin- und hergerissen. Gefällt es mir oder nicht? Um die Farbe ging es mir dabei gar nicht. Schließlich sollte das ja nicht das Endergebnis darstellen.
Meine Haare sahen alles andere als gesund aus, was nach einer Aufhellaktion aber nicht ungewöhnlich ist. Zwei Tage später wusch ich meine Haare und erschrak. Die Haare fühlten sich nass an wie Gummi. Im trockenen Zustand waren sie einfach nur strohig. Meine gute Laune verschwand.
Tage vergingen und stets hatte ich gemischte Gefühle. War ich zufrieden? Sollte ich zufrieden sein? Ginge es vielleicht doch besser? Man sollte doch annehmen, dass bei einem so umfangreichen und vor allem teuren Prozedere, die Antwort am Ende klipp und klar ausfällt. Dem war leider nicht so. Ich konnte das Gefühlschaos in mir nicht ordnen.
 
blonde kaputte HaareIch beschloss, mit dem nächsten Friseurbesuch etwas länger als geplant zu warten. In den Tagen darauf fühlte ich mich alles andere als Wohl in meiner Haut. Das ist bestimmt nachvollziehbar. Welche Frau wünscht sich nicht, gut auszusehen? Irgendwann – etwa zwei Wochen später – hatte ich dann den nächsten Termin. Tatsächlich hatte ich mich mittlerweile an die neue Haarlänge gewöhnt. Das Spiel begann von vorn. Nach dem ich mich zum zweiten Mal durch den Vorgang gekämpft hatte, stellte auch die Friseurin fest, dass meine Haare die Konsistenz von Gummi hatten. Sofort hatte sie eine Lösung parat. Sie rieb mir eine Kur in die Haare und setzte mir eine Plastiktüte auf den Kopf. Mit dem Hinweis, die Kur über Nacht einwirken zu lassen, verabschiedete sie mich.
Am Morgen darauf war ich richtig aufgeregt und freute mich. Ich wusch die Haare und als sie trocken waren, kam die Ernüchterung. Meine Haare waren okay, mehr aber nicht. Ja, sie waren blond und kürzer als zuvor. Mit meiner Wunschvorstellung, geschweige denn den Bildern, die ich der Friseurin im Vorfeld zeigte, hatte das nichts zu tun.
 
Um meine Haare daheim weiterhin zu pflegen, legte ich mir eine Haarkur zu. Ein paar Wochen später hatte ich auch das Gefühl, dass sich meine Haare nun wieder etwas erholt hatten. Mehr als ein Gefühl war es aber nicht. Jeden Morgen stand ich auf und sah aus, als hätte ich über Nacht in die Steckdose gefasst. Außerdem fühlten sich meine Haare nach wie vor strohig an, brachen ab und hatten keinerlei Volumen. Mit der Zeit stellte sich eine immer größere Unzufriedenheit bei mir ein. Nach einer Weile fand ich mich auch nicht mehr schön. Ich stand vor dem Spiegel und fragte mich: „Was ist eigentlich passiert?“ Nun überfiel mich eine Welle der Traurigkeit. Meine allzu bekannte gute Laune verringerte sich von Tag zu Tag.


blonde schöne Haareblonde schöne Haareblonde schöne Haareblonde schöne HaareNach drei Monaten beschloss ich, dass etwas getan werden muss. So kann es nicht weitergehen. Deshalb ging ich vor ein paar Wochen zu ein paar Friseursalons in Ulm und ließ mich beraten. Bei einer Sache waren sich alle einig: Die Haare müssen ab! Ein Schock für mich!
Mir wurde vorgeschlagen, ein schönes blond daraus zu machen und mir einen Bob zu schneiden. Ob ihrs glaubt oder nicht, aber da brach ich etwas in Panik aus. Von meinen langen Haaren, die nach dem "Spitzen schneiden" gerade noch halb so lang waren, wollten sie mir einen Bob verpassen. Einen Bob! Warum nur? Warum musste mir sowas nur passieren? Natürlich hielt diese kleine Panikattacke nicht lange an. Es musste schließlich etwas gemacht werden und wenn das die Lösung war, dann sollte es wohl einfach so sein.
Wie gesagt war ich in einigen Salons, aber die beste Beratung bekam ich bei Friseure Scavo und ELROMI, von Francesco Scavo persönlich. Nach dem Beratungsgespräch war mir sofort klar, Francesco ist derjenige, den ich an meine Haare lasse. Sympathisch, super nett und mit einem Blick dafür, wem welche Frisur stehen könnte. Ich war begeistert von seinen Ideen und machte sofort einen Termin bei ihm aus. Natürlich war ich wieder total aufgeregt, nervös und gespannt, ob meine Haare wirklich noch zu retten wären. Als der große Tag kam und ich den Salon betrat, wurde ich sofort herzlich von Francesco begrüßt. Er führte mich zu einem freien Platz und bot mir etwas zu trinken an. Da ich so aufgeregt war, entschied ich mich erstmal für ein Glas Sekt. Das musste in diesem Moment einfach sein. Als es um meine neue Frisur ging, ließ ich mich letztendlich von Francesco überraschen, da meine Haare nach dem Aufhellen und Färben positiver reagiert hatten als gedacht. Der neue Blondton sah im nassen Zustand schon mal sehr schön aus.
Francesco begann nun also damit, mir die Haare zu schneiden. Da ich immer noch nicht wusste, wie genau ich am Ende aussehen würde, legte sich meine Aufregung nie ganz. Um ehrlich zu sein, ängstigte mich die Vorstellung meiner neuen Kurzhaarfrisur auch ein klein wenig. Doch Francesco nahm mir die Angst. Er redete mit mir über alles Mögliche und überzeugte mich davon, dass ich am Ende super aussehen würde. Francesco schnitt und föhnte mir schließlich ein letztes Mal die Haare. Tja, und dann war es so weit. Die Stunde der Wahrheit. Würde es nun passen? Würde es gut aussehen?
Mit einem Wort: JA! Ich war absolut begeistert. Es sah fantastisch aus. Kein Vergleich zu der schrecklichen Frisur davor. Das hört sich vielleicht blöd an, aber in dem Moment war ich wirklich der glücklichste Mensch auf Erden. Francesco hatte sein Versprechen gehalten. Sowohl die Haarfarbe als auch die -länge wichen am Ende zwar etwas vom ursprünglichen Vorhaben ab, aber was soll ich sagen? Es passte zu mir und sah einfach super aus!


Finale FrisurIch möchte euch abschließend nur folgendes mit auf den Weg geben: Falls ihr mal in der gleichen Situation wie ich sein solltet, lasst euch nicht nur von einem Friseur beraten. Geht zu mehreren. Holt euch viele Meinungen ein und achtet diesbezüglich bitte nicht auf die Preise. Um etwas Schönes zu bekommen, muss man damit rechnen auch etwas mehr Geld dafür zu bezahlen!

Francesco, hier möchte ich mich nochmal bei dir bedanken! Du hast einen sehr guten Job gemacht und mich wieder in eine selbstbewusste junge Frau verwandelt. Wer weiß, vielleicht entscheide ich mich gar nicht mehr dafür, sie wieder wachsen zu lassen und bleibe bei den kurzen Haaren.







Bilder Friseur: Isabel (Atelier Schlieper)

Frisur: Friseure Scavo und ELROMI