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Interviews mit Betroffenen: SSV Ulm Nachwuchs, SSV Ulm Hockey & mein-wochenmarkt



SSV Ulm 1846 Hockeymannschaft


Beate Köhler – Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit SSV Ulm 1846 Hockey

FRIZZ: Hallo Frau Köhler, wie geht es ihnen aktuell?
Beate Köhler: Auch wenn sie mich persönlich ansprechen, möchte ich gerne im Namen der gesamten Vorstandschaft antworten. Uns und unseren Familien geht es zum Glück gut. Wenn wir aber auf unsere Hockeyabteilung blicken geht es uns leider nicht ganz so gut. Unsere Trainer, die beim SSV Ulm 1846 fest angestellt sind, mussten wir im März in Kurzarbeit schicken, unsere Studenten und Schüler, die normalerweise den Trainingsbetrieb erst ermöglichen, verdienen nun natürlich nichts mehr. Mit Sorge schauen wir auch auf unsere Sponsoren, die alle in dieser Krise schwer zu leiden haben. Wir rufen daher unsere Abteilungsmitglieder immer wieder auf, hier zu unterstützen.

FRIZZ: Seit der Corona-Krise kann die Hockey Abteilung des SSV Ulm weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen. Was bedeutet das für die Abteilung?
Beate Köhler: Die Hockeyabteilung trifft das Trainingsverbot und die Absage des Spielbetriebs natürlich genauso hart, wie alle anderen Sportler und Mannschaften. Nach der abgeschlossenen Hallensaison freuen wir uns immer sehr, wieder auf unser Hockeygelände an der Gänswiese zurückzukehren. Dort schlägt das Herz der Ulmer Hockeyfamilie. Im Sommer haben der Kontakt und die Aufenthaltsqualität auf dem Gelände ein sehr großes Gewicht. Nicht nur der sportliche Betrieb ruht ja, auch das Zwischenmenschliche, die Abteilungsfeste und was uns ganz besonders trifft, die Absage des Schwörmontags. Die Schwörmontagsparty auf der Gänswiese ist ja unser Event, bei dem wir Gastgeber für die Ulmer sind. Ein Zelt, Band und vor allem viel Platz für Familien mit Kindern machen den Charme unserer Schwörmontagsparty aus.
Traurig ist es natürlich auch, dass unser diesjähriger Schnuppertag ins Wasser gefallen ist, bei dem wir Kinder zu uns einladen, um unseren schönen Sport kennenzulernen.

FRIZZ: Welche Auswirkungen hat die aktuelle Lage auf den Umgang mit ihren Spielerinnen und Spielern? Gibt es Trainingspläne für zuhause?
Beate Köhler: Die Auswirkungen sind gravierend. Die Aktiven sind natürlich von sich aus motiviert sich fit zu halten und außerdem gut vernetzt. Bei den Jüngeren ist das anders. Der Sport soll normalerweise ja gerade dazu dienen, dass Kinder und Jugendliche soziale Kontakte pflegen und nicht so viel Zeit am „Gerät“ verbringen. Nun ist genau das Gegenteil gefragt. Unsere Trainer engagieren sich aber gewaltig um zum einen Trainingspläne, also vor allem Kondition durch Laufen, an die Mannschaften zu geben. Aber es geht ja eigentlich vielmehr darum im Kontakt mit den Jugendlichen zu bleiben, die Mannschaften zusammenzuhalten. Dazu lassen sich die Trainer viel einfallen. Challenges unterschiedlichster Art und kleine Video-Teammeetings gehören dazu.

FRIZZ: Gab es auch positive Erlebnisse während der letzten vier Wochen?
Beate Köhler: Genau die Ergebnisse dieser Challenges sind auf jeden Fall positive Erlebnisse. Lustige Clips auf Facebook und Instagram zeigen uns, dass wir schon eine starke Gemeinschaft haben. Und dass wir bei Ihnen über unsere Situation berichten dürfen ist auf jeden Fall sehr positiv!

FRIZZ: Wie geht es bei ihnen nach Corona weiter?
Beate Köhler: Wie und vor allem wann es weitergeht kann im Moment noch niemand sagen. Der Spielbetrieb der Aktiven, die sich ja mitten in einer Feldsaison befinden, und der Jugend sind einstweilen bis zu den Sommerferien abgesagt. Niemand weiß, ob zum Beispiel unser Hockeycamp in den Sommerferien stattfinden kann. Hier schielen wir immer etwas hoffnungsvoll nach Holland, denn dort dürfen wenigstens die unter 12-jährigen, zwar ohne Körperkontakt, aber zumindest wieder gemeinsam trainieren. Wir hoffen einfach, dass wir unsere Mannschaften zusammenhalten und nach Beendigung der Zwangspause wieder auf dem Platz zusammenbringen können.



Max Rieck - Organisatorischer Leiter Nachwuchs SSV Ulm 1846

Max Rieck Organisatorischer Leiter Nachwuchs SSV Ulm 1846FRIZZ: Seit der Corona-Krise kann der SSV Ulm 1846 Fußball weder trainieren, noch am Spielbetrieb in der Regionalliga teilnehmen. Was bedeutet das für den Verein?
Max Rieck: Natürlich fehlen uns die gesamten Zuschauereinnahmen. Wir haben aufgrund der Krise für alle Spieler und Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt, um diese schwere Zeit zu überstehen.

FRIZZ: Welche Wünsche haben Sie für den weiteren Verlauf der aktuellen Saison?
Max Rieck: Es wäre natürlich wünschenswert, wenn die Saison sportlich zu Ende gespielt werden könnte. Ob das möglich sein wird, können wir nicht beeinflussen und müssen die Entscheidungen der Regierungen und Verbände abwarten.

FRIZZ: Welche Auswirkungen hat die aktuelle Lage auf den Umgang mit ihren Spielerinnen und Spielern? Gibt es Trainingspläne für zuhause?
Max Rieck: Die Spieler trainieren selbstständig zuhause und halten sich fit. Dies machen sie sehr gewissenhaft aber natürlich fehlt das Training mit dem Ball und das gemeinsame Arbeiten auf dem Platz.

FRIZZ: Welche absehbaren Folgen hat die Corona-Krise für die kommende Saison?
Max Rieck: Das lässt sich noch nicht abschätzen und kommt ganz darauf an, ob die Saison pünktlich und normal beginnen kann. Wir hoffen auch, dass uns alle Sponsoren die treue halten.

FRIZZ: Gab es auch positive Erlebnisse während der letzten vier Wochen?
Max Rieck: Wir haben Anfang April unsere Spendenkampagne Ulm’s virtuelle HEIMkurve gestartet (heimkurve-ulm.de), mit der der SSV-Nachwuchs und die Tafelläden der Region unterstützt werden. Dies wurde sehr gut angenommen und wir haben die Aktion bis Ende Mai verlängert.

FRIZZ: Wie geht es bei ihnen nach Corona weiter?
Max Rieck: Hoffentlich ganz normal, sodass alle wieder unbesorgt und mit Spaß ins Donaustadion gehen können und wir wieder viele tolle Fußballspiele sehen werden.



Michael Mayer, Marcel Michelfelder, Dominik Kramer – Betreiber von mein-wochenmarkt.online

FRIZZ: Hi, wie geht es euch aktuell?
Mein-Wochenmarkt: Hi, wir haben ziemlich viel zu tun in den letzten Wochen, aber trotzdem bzw. deswegen geht es uns allen gut.

FRIZZ: Inwiefern betrifft die Corona-Krise euch und eure Arbeit?
Mein-Wochenmarkt: Wir haben die Plattform mein-Wochenmarkt.online und den dazugehörenden umweltfreundlichen Lieferservice Ende Januar gestartet, also kurz vor der Corona-Krise. Da ist es schon ziemlich gut angelaufen, aber durch die Corona-Krise sind die Bestellungen dann in die Höhe geschossen und wir mussten sehr viel schneller wachsen als wir das geplant hatten. Zur Veranschaulichung: Wir hatten geplant im März 2021 ca. 100 Bestellungen pro Markttag auszuliefern, dieses Ziel haben wir nun schon im März 2020 erreicht.

Team von mein-wochenmarkt.onlineFRIZZ: Was bedeutet dieser rapide Anstieg an Bestellungen für euch? Kommt ihr überhaupt noch hinterher?
Mein-Wochenmarkt: Für uns bedeutet das dass wir unsere Prioritäten neu ordnen mussten und alle Ressourcen in die Aufrechterhaltung des Lieferservices stecken mussten. Wir haben unser Personal verdreifacht um überhaupt alle Bestellungen bewältigen zu können und wir mussten unser Logistiksystem einmal komplett überarbeiten.

FRIZZ: Wie erlebt ihr den Umgang miteinander auf dem Wochenmarkt?
Mein-Wochenmarkt: Da wir im Grunde den ganzen Vormittag auf dem Wochenmarkt unterwegs sind und die Bestellungen bei den einzelnen Marktbeschickern abholen haben wir einen recht guten Überblick. Wir haben den Eindruck das die vorgeschriebenen Regeln sehr gut eingehalten werden, es wird Abstand gehalten und Masken getragen. Die Schlangen vor den Ständen sind teilweise endlos lang und man hört oft die Frage „Für welchen Stand stehen Sie hier an?“, aber das sorgt dann auch immer für gute Stimmung und ein Lachen. Das dass alles so gut funktioniert ist auch der Ulm Messe geschuldet die einen echt guten Job macht.

FRIZZ: Gab es besonders prägende Erlebnisse während der letzten Wochen?
Mein-Wochenmarkt: Wir haben unter anderem vielen Menschen beliefert die in Quarantäne sind/waren oder die zur Hochrisikogruppe gehören. Dort haben wir sehr viele liebe Worte zu hören bekommen und einmal haben wir sogar selbst gebackene Kekse geschenkt bekommen. Aber auch sonst wird unser Service sehr gut angenommen und wir bekommen viele positive Stimmen zu hören. Sogar wenn wir mal ein Lieferzeitfenster auf Grund der vielen Bestellungen verpassen, haben unsere Kunden Verständnis dafür. Für das alles möchten wir an dieser Stelle „Danke“ an unsere Kunden sagen.

FRIZZ: Wie geht’s bei euch nach Corona weiter?
Mein-Wochenmarkt: Wir haben nun das hohe Bestellaufkommen ganz gut im Griff und können uns wieder auf Themen konzentrieren die eigentlich für diesen Zeitraum geplant waren. Da wir einige Anfragen von anderen Städten und Wochenmärkten bekommen haben, arbeiten wir aktuell auch daran unseren Service auf diese Wochenmärkte auszuweiten. Zusätzlich möchten wir unser Liefergebiet um Ulm so schnell wie möglich erweitern. Nach Corona werden wir also ein größeres Gebiet beliefern können und natürlich wird unser Service weitergeführt, das war von Anfang an der Plan.