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Im Sprint auf den Taipeh 101



Ralf Hascher

Der Treppenlauf ist ein absoluter Trendsport. Jedes Jahr nehmen die Teilnehmerzahlen bei Rennen und die Anzahl der Rennen zu. Ralf Hascher aus Ulm ist bereits seit 2005 dabei. Nachdem er in seinem Leben bereits viele verschiedene Sportarten ausprobiert hatte, war es letztendlich der Treppenlauf an dem Ralf hängen blieb. Bis auf Platz 10 in der Weltrangliste hat er es zwischenzeitlich geschafft und ist damit einer der Topathleten in diesem faszinierenden Sport. Wie es dazu kam und was es braucht um ein guter Treppenläufer zu werden, erzählt Ralf uns im Interview. Außerdem ist Ralf seit kurzem selbstständig und betreibt eine Kältesauna in Ulm, bei uns erfahrt ihr warum ein Besuch nicht nur für Leistungssportler zu empfehlen ist.


FRIZZ: Wie bist du zum Treppenlauf gekommen und wann war dein erster Treppenlauf?
Ralf: Ich habe bereits zweimal in Amerika gelebt. Vor meinem ersten Aufenthalt habe ich im Reiseführer gelesen, dass es einen Treppenlauf auf das Empire State Building gibt. Ich fand die Vorstellung, wie 300 Leute das Gebäude hochlaufen, ziemlich cool. Als ich dann 2003 das erste Mal nach Amerika gezogen bin habe ich mich für den Lauf beworben, wurde aber nicht genommen, da ich bisher keine Erfahrungen vorweisen konnte. 2005 bei meinem zweiten Umzug nach Amerika habe ich mich für den Lauf auf den Willis Tower (Anm. d. Red.: früher Sears Tower) beworben. Das war ein Jedermann -Lauf mit damals 1400 Startern und ich konnte direkt den 70. Platz belegen. Bei meinem zweiten Start 2006 war es dann schon Platz 17. Dadurch war es auch kein Problem mehr für den Empire State Building Lauf in New-York ausgewählt zu werden.

FRIZZ: Haben dir diese ersten Läufe dann direkt die Motivation gegeben bei diesem Sport zu bleiben?
Ralf: Die ersten Läufe haben mir direkt Spaß gemacht, da Treppenlauf einfach sehr intensiv ist und man eine gute Willensstärke und Durchhaltevermögen braucht. Dazu hat man immer das Gefühl alles gegeben zu haben, wenn man oben ankommt. Selbst das Training kann eine Genugtuung sein.

FRIZZ: Wie sieht die Vorbereitung auf einen Treppenlauf aus?
Ralf: Bis letztes Jahr hatte ich einen Profitrainer, mit dem ich viele Übungen auf dem Laufband und auf dem Bike gemacht habe. Vor allem auf dem Bike kann man basierend auf der Wattzahl, der Frequenz und der Dauer das Training sehr gezielt steuern. Das Training richtet sich auch nach der Art des Laufes. Auf einen kurzen Lauf bereitet man sich anders vor als auf einen langen Lauf.
Auf jedes Rennen bereitet man sich ganz gezielt vor. Man besorgt sich Videomaterial des Treppenhauses, achtet auf die Stufenhöhe und wie viele Flachstücke dabei sind. Man visualisiert das Rennen wie in der Formel 1. Jeder Griff ist im Vorfeld geplant. Vor dem Rennen versucht man dann natürlich auch bereits einmal in die Treppenhäuser zu gelangen. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass man am Ende im Sicherheitsbüro landet. (lacht)
Zu Beginn des Rennens steht damit der Rennverlauf eigentlich schon fest, ebenfalls beeinflusst von den Faktoren: Schlaf, Stress und Essen im Vorfeld. Jeder noch so kleine Faktor ist wichtig, um die beste Leistung abzurufen.

FRIZZ: Welche Zusammenhänge und Unterschiede siehst du im Vergleich zum „normalen“ Laufsport?
Ralf: Man kann schon sagen das viele gute 800/1000/3000 Meter Läufer auch beim Treppenlauf gut abschneiden können. Das Treppenlaufen ist ein sehr schonendes Laufen, da so gut wie nur bergauf gelaufen wird, bei leichten Verstauchungen kann man trotzdem noch schnelles Treppengehen üben.
Auch für einen Streckenläufer ist es von Vorteil einmal die Woche Treppenlauf als Training zu machen, da das nach oben beschleunigen viele Kalorien verbraucht und gut für die Muskulatur ist.

FRIZZ: Wie oft nimmst du pro Jahr an Treppenlauf-Wettkämpfen teil?
Ralf: In meiner Hochzeit habe ich an bis zu 16 Läufen weltweit teilgenommen. Dieses Jahr habe ich durch mein neues Business CryoSpace ein bisschen reduziert. Bei uns gibt es keine klassische Saison, es gibt immer Läufe. Jedes Rennen gibt eine bestimmte Punktzahl für die Weltrangliste, je nach Standing, Teilnehmern und so weiter. Dementsprechend kann man sich selbst einteilen an welchen Rennen man teilnehmen möchte.

FRIZZ: Welche Wettkampf Location hat dich am meisten beeindruckt?
Ralf: Der Shanghai Tower ist sehr beeindruckend gewesen, mit 128 Etagen und 18-20 Minuten Laufzeit. Außerdem war die Weltmeisterschaft auf den Taipeh 101 wahnsinnig schwierig, da sich die Höhe der Treppen zwischendrin ändert und man dadurch das Gefühl hat gegen eine Wand zu laufen. Aber auch der Willis Tower und der Massenstart beim Empire State Building sind beeindruckende Rennen.

FRIZZ: Was war dein größter Erfolg?
Ralf: Mein größter Erfolg war der Lauf auf das Park Inn Hotel in Berlin, bei welchem ich den Streckenrekord aufgestellt habe. Es kommt nur ganz selten vor, dass wirklich alles passt und hier hat dann einfach alles gepasst. Bei diesem Rennen hatte ich wirklich das Gefühl zu 100 Prozent perfekt gelaufen zu sein. Generell verlief meine Karriere bisher sehr erfolgreich. In über 100 Läufen weltweit habe ich 38 Podiumsplatzierungen erreicht, 70 Prozent der Rennen habe ich in den Top 10 abgeschlossen.

FRIZZ: Was machst du im „normalen“ Alltag?
Ralf: Ich bin Ingenieur und sehr vielseitig interessiert. Ich habe einen sehr hohen Wissensdurst. Ich bin in Ulm bei den Toastmasters, dort kann man das Reden vor Menschen und das spontane Reden üben. Beim Treppenlaufverband bin ich ehrenamtlich Sports Marketing Director um den Sport bekannter zu machen und darüber zu berichten. Dazu mache ich Sportvideoproduktion und bin in der Bewusstseinsforschung aktiv.

FRIZZ: Du hast vorher dein neues Business "CryoSpace" erwähnt. Wie kam es zur Idee?
Ralf: Ich wollte etwas Sinnvolles machen, mit dem ich den Menschen helfen kann. Auch als Sportler sucht man ständig nach Möglichkeiten schneller zu regenerieren. In Amerika habe ich dann die Kältesauna das erste Mal ausprobiert und einen positiven Effekt gespürt. Da es hier im Umkreis von über 100 Kilometern keine Kältesauna in dieser Art gab, habe ich die Chance ergriffen und mich auf diesem Wege selbstständig gemacht.

FRIZZ: Für wen ist CryoSpace gedacht?
Ralf: Die Kältesauna hilft zur schnelleren Regeneration, zur Leistungssteigerung und bei gesundheitlichen Problemen. Die Kältesauna trägt zur Schmerzlinderung bei und hilft bei chronischen Schmerzen wie zum Beispiel Rheuma, außerdem unterstützt die Kältesauna bei der Gewichtsreduzierung, durch eine Sitzung können bis zu 1500 Kilokalorien während und innerhalb den sechs Stunden danach verbrannt werden.
Auch bei Hautkrankheiten, Schlafstörungen und Migräne bringt die Kältesauna nachweislich Besserung. Athleten können die Kältesauna nicht nur nach sondern auch vor Wettkämpfen zur Unterstützung nutzen.

FRIZZ: Wie oft sollte man in die Kältesauna gehen?
Ralf: Um die gewünschten Effekte zu erzielen, sollte man dreimal pro Woche in die Kältesauna gehen. Eine Sitzung dauert dabei zwei bis drei Minuten. Wenn Gruppen oder Vereine regelmäßig kommen möchten, mache ich auch gezielte Angebote und Sonderkonditionen. Bis zum 31. Dezember 2019 läuft eine Aktion mit 15 Prozent Rabatt auf die erste Anwendung.


ralfhascher.de