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Im Gespräch mit Swantje Bernsmann




Swanjte Bernsmann von The Original CopySwantje Bernsmann gründete Anfang 2015 das Beauty Blogazin „the Origianl Copy“, wo sie sich mit Themen die in irgendeiener Weise mit Kosmetik zu haben, beschäftigt.


FRIZZ: Du warst fest angestellt bei Cosmopolitan. Was hat dich bewogen dort zu kündigen und das Beauty Blogazin „The Original Copy“ zu gründen?
Swantje: Ha, meine absolute Lieblingsfrage – hier gibt es so viel zu erzählen! Also: als ich im Beauty-Team der Cosmopolitan war, habe ich relativ schnell gemerkt, dass das Geschäftsmodell der Verlagsbranche ziemlich veraltet ist. Innerhalb eines Magazins aufzusteigen bzw. sich auch selbst weiterzuentwickeln und irgendwann auch in eine interessante Gehaltsklasse aufzusteigen ist fast unmöglich. Die goldenen Zeiten der Magazine sind ehrlicherweise einfach vorbei und wer heute in das Business einsteigt und nicht wie die alten Hasen noch auf alten Verträgen sitzt, der verdient quasi nichts. Der Job einer Redakteurin wird bei 100% der Verlage schlecht bezahlt, wofür es von den Verlagen auch immer eine Rechtfertigung gibt: „Du darfst ja diesen tollen Job machen, reisen, Stars interviewen und tolle Produkte und Treatments testen!“ Dass sich von geschenkten Shampoos und Parfums keine Miete bezahlen lässt und ich als Repräsentantin eines Titels natürlich auch ansprechend gekleidet sein muss, will hier keiner verstehen. Leider sitzen in den entsprechenden Positionen oft auch Menschen, die sich überhaupt nicht für das Individuum interessieren. Am Ende hab ich mich in meiner Kreativität eingeschränkt, mich als Mitarbeiterin überhaupt nicht werteschätzt gefühlt und habe mich über die verpassten On- und Offlinechancen des Titels so geärgert, dass ich es schlichtweg nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte für Cosmopolitan zu arbeiten. Ich wusste: hier komm ich nicht vom Fleck, denn die Situation ist eigentlich in jedem Verlag dieselbe. Heute kann ich mich frei austoben, auch wenn das mit sehr, sehr viel Arbeit verbunden ist. Ich bin einfach fast geplatzt vor Ideen, also habe ich mich an die Selbstständigkeit herangewagt und ehrlich kann ich sagen: ich habe es bis heute nicht eine Sekunde bereut! Als Bloggerin arbeite ich jetzt nicht mehr nur als Redakteurin, sondern auch als Fotografin, Grafikerin, Art Director, Beauty Consultant und Social Media Strategin – so kann ich mich nicht nur selber voranbringen, sondern auch meinen Lebenslauf.

FRIZZ: Welche Eigenschaften muss eine Bloggerin haben, um erfolgreich zu sein?
Swantje: Die wichtigsten Eigenschaften sind eiserne Disziplin, eine unermüdliche Neugierde für ein bestimmtes Themenfeld und Motivation sich neuen Aufgaben zu stellen, sich gewisse Skills selbst beizubringen und immer dran zu bleiben. All diese Faktoren sind einfach immens wichtig, wenn man täglich und vor allem ohne großen Kostenaufwand Content kreieren will und sich ein Netzwerk – denn auch in dieser Branche funktioniert ohne das nichts – aufbauen möchte.



"Das Schönste ist
selbstbestimmt zu sein."




FRIZZ:
Ist es nicht sehr anstrengend, immer gut aussehen zu müssen?

Swantje: Ja, in der Tat. Wobei ich gestehen muss: ich bin zwar Beautybloggerin, aber dennoch eine sehr ehrliche. Wenn mir nicht nach Beauty ist oder ich einen bad skin Tag habe, dann wird das auch angesprochen. Ich kann und vor allem will mich nicht verstellen. Für mich ist meine Authentizität ein großes Alleinstellungsmerkmal in der Blogoshpäre, was auch von den Lesern/-innen sehr geschätzt wird. Ich habe wie jeder andere normale Mensch eben auch Pickel, Haarkrisen und auch einfach mal keine Lust mich zu zeigen. Diese Einstellung connected mich auch immer wieder sehr mit meinen Followern und baut einen viel langlebigeren und echteren Draht zueinander auf als immer die scheinheilige, schöne Welt vorzugaukeln.

FRIZZ: Was macht dir in deinem Job am meisten Spaß?
Swantje: Das Schönste ist selbstbestimmt zu sein. Wenn die Sonne scheint, verlagere ich mein Office ins Straßencafé - zumindest in der Theorie (lacht). Wenn ich Lust auf ein Shooting oder ein bestimmtes Thema habe, dann mache ich einfach. Kein Abstimmen mit Chefredakteuren, kein Betteln um Budget oder Urlaubstage und arbeiten wie es mir passt, das sind die schönsten Seiten der Selbstständigkeit. Zudem habe ich durch das Bloggen auch so spannende Menschen kennenlernen dürfen und es haben sich so viele kreative Freelance-Aufgaben ergeben, die ich als Festangestellte nie hätte machen können bzw. sich nie ergeben hätten. Darunter fallen zum Beispiel Aufträge wie Kreativdirektion für Beautyshootings, Social Media Betreuung für Kosmetiklabels oder Beratung im Bereich Blogger Relations. Am Ende habe ich durch meinen Job als Beautybloggerin aber auch so viel Neues kennengelernt, was mir nicht nur beruflich einiges gebracht, sondern mir auch privat sehr viel gelehrt hat.

FRIZZ: Welche Tipps würdest du allen Leserinnen mit auf den Weg geben, die auch Beauty-Bloggerinnen und Redakteurinnen werden wollen?
Swantje: Macht ein Praktikum in einer Redaktion oder bei einer Bloggerin. Dabei merkt man relativ schnell, ob einem das Schreiben, das Konzipieren und die Arbeit an sich Spaß macht. Wenn einen die eigenen Aufgaben nach ein paar Wochen noch nicht nerven, dann sollte man noch das persönliche Interesse und die notwendige Motivation checken. Kann ich mich in Themen, die mich persönlich vielleicht auch mal nicht interessieren, hineindenken und sie annehmen? Möchte ich mich selbst wirklich dauerhaft mit den Risiken und Aufgaben einer Selbstständigkeit konfrontiert sehen? Durch ein Praktikum bekommt man ein gutes Gefühl für Aufgaben und Chancen und weiß relativ schnell, ob der eigene Plan, das bevorstehende Studium oder ein Jobangebot passen. Denn: Bloggen bzw. Schreiben besteht die wenigste Zeit aus Schreiben und Bilder shooten, sondern aus administrativen Aufgaben wie Angebote erstellen, Abrechnungen machen, etc.

FRIZZ: Was ist dein Go-To-Produkt, das du am allerliebsten verwendest?
Swantje: Aktuell ist das eine Mascara und zwar die ‚BadGal Band Mascara’ von BENEFIT. Ich sag nur: lashes to the moon and the back – und das für nicht mal 30 Euro.

FRIZZ: Was ist Schönheit für dich ganz persönlich?
Swantje: Sich in seinem eigenen Körper – und zwar vom Scheitel bis zum großen Zeh – wohlzufühlen. Nichts ist schöner als eine Frau, die mit sich im Reinen ist und das auch ausstrahlt. Da kann keine Mascara oder Blush dieser Welt mithalten! Ich weiß, es ist ein Weg dorthin – aber er lohnt sich!


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