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Im Gespräch mit Florian Krauss



Florian Krauss vor Lavasee

Florian Krauss, Jahrgang 1975, geboren in München, wohnhaft in Ulm, ist Diplom-Betriebswirt, leidenschaftlicher Musiker, Hobby-Fotograf, Hawaii-Liebhaber und Autor. Wir haben uns mit Ihm unterhalten.


FRIZZ: Florian, 2015 hast Du das Buch „Lavaflow – Abenteuer auf Hawaii“ herausgebracht. Kürzlich kam nun dein Reiseführer „Hawaiilights“ dazu. Außerdem bietest du Reiseberatung, Multimedia-Shows und sogar Ukulele-Workshops an. Woher kommt dieses Interesse an Hawaii?
Florian: Ich habe 2003 in einem Urlaub auf Lanzarote den Vulkan-Nationalpark Timanfaya besucht und habe dort eine regelrechte Vulkan-Leidenschaft entwickelt. Seitdem mache ich eigentlich nur noch Urlaub auf Inseln vulkanischen Ursprungs - vom Allgäu mal abgesehen. (lacht)
Ein alter Schulfreund aus Ulm, der zur gleichen Zeit nach Hawaii ausgewandert war, bekam meine Leidenschaft mit und legte mir eine Reise nach Hawaii nahe, weil dort aktive Vulkane ihr Unwesen treiben. Unwesen ist allerdings übertrieben, nirgendwo auf der Welt kann man aktive Vulkane so ungefährlich und zuverlässig beobachten, wie auf Hawaii. Nach der ersten Reise hatte ich sprichwörtlich Feuer gefangen und bin inzwischen sieben Mal dorthin gereist, immer auf der Suche nach flüssiger Lava und magischen Momenten, die ich sehr gerne fotografisch festhalte. Wenn Feuergöttin Pele ihre Lavaströme ins Meer schickt oder du oberhalb eines brodelnden Lavasees stehst, dann ist das schon ein unglaubliches und respekteinflößendes Erlebnis. Aber natürlich ziehen mich auch die anderen Attraktionen in ihren Bann. Besonders die Farben der Natur und die Lebensweise der Bewohner sind etwas ganz Besonderes. Daher lautet der Titel meiner Multivisionsshow auch "Colors of Hawaii". Und spätestens als ich 2010 für drei Monate auf den Inseln unterwegs war, war es vollends um mich geschehen und ich schreibe mit Begeisterung Bücher, veröffentliche Kalender oder unterstütze Reisebüros. Man kann also sagen, Hawaii ist Bestandteil meines Lebens geworden.
Noch kurz zur Ukulele. Die ist mit Hawaii untrennbar verbunden. Sie ist der Soundtrack der Inseln. Wenn ich Ukulele-Musik höre oder selbst spiele, habe ich direkt die Bilder der Inseln vor mir. Das kleine 4-saitige Instrument liegt auch in Deutschland schwer im Trend, ist leicht zu lernen und kann aufgrund seiner Größe auch überall mitgenommen werden. Da entstand die Idee, meine Leidenschaften zu verbinden und sich damit selbständig zu machen.

FRIZZ: „Hawaiilights“ erschien Anfang September. An wen richtet sich der Reiseführer?
Florian: Der Reiseführer ist so konzipiert, dass man sich nicht durch ein 400-Seiten-Werk mit massenhaft Geschichte kämpfen muss, sondern kurz und knapp 50 Highlights nachschlagen kann. Links im Buch Text und Kartenausschnitt, rechts zwei Bilder dazu als Appetithäppchen. Zusätzlich sind alle Highlights pro Insel noch auf einer Übersichtskarte vermerkt und ich gebe beispielsweise Tipps zum Schwierigkeitsgrad oder Dauer einer Wanderung. Auf Anfrage biete ich auch an, GPS-Files zu verschicken, die dann in Outdoor-Apps importiert werden können und für Wanderungen auf unbekanntem Terrain sehr hilfreich sind. Er ist also für diejenigen sinnvoll, die keine große Zeit und Lust haben, sich über die Inseln zu informieren. Das ist ja bei Individual-Reisen doch mit erheblichem Aufwand verbunden. Mit "Hawaiilights" kannst du auf jeder Insel schnell Geheimtipps finden. Schließlich möchte man so viel wie möglich mitnehmen, wenn man schon so weit fliegt.

Florian Krauss auf HawaiiFRIZZ: Kannst du uns eines der Highlights kurz vorstellen?
Florian: Wie sagte schon Goethe so schön? "Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen". Eine sensationelle Wanderung ist beispielsweise der "Sliding Sands Trail" durch den Haleakala-Krater auf Maui auf 3000 Meter Höhe. Er gilt als der größte Vulkankrater der Welt und es sind sogar schon Mondlandungen dort geprobt worden, weil die Vulkankegel und Krater am ehesten einer Mondlandschaft ähneln. Die vielzähligen Farben, sowie die endemische Pflanze "Silberschwert", die weltweit nur in diesem Krater wächst, sind atemberaubend. Aber auch ein Helikopterflug über die Na Pali-Coast auf Kauai gehört zu einem Hawaii-Urlaub dazu.

FRIZZ: Was ist der größte Unterschied zwischen Deutschland und Hawaii?
Florian: (lacht) In erster Linie mal das Wetter. Auf Hawaii ist immer Sommer. Man ist dort das ganze Jahr in Shorts und Flip-Flops unterwegs. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die frühen Sonnenuntergänge. Je nach Jahreszeit ist es auf Hawaii zwischen 18.00 und 19.00 Uhr dunkel. Und zwar ziemlich schnell. Sobald die Sonne untergegangen ist, ist es finster. Eine lange Dämmerung bis nachts um 22.00 Uhr wie bei uns, gibt es nicht. Dafür liegt aber Hawaii so weit draußen im Pazifik, wie keine andere Insel, so dass es dort keine Stadtlichter gibt, was zu unglaublichen Sternenhimmeln, teils mit Milchstraße, führt. Dann hat Hawaii natürlich eine Menge, was Deutschland nicht hat. Strände in schwarz, weiß, rot und sogar grün. Millionen an Kokospalmen, speiende Vulkane und das Meer. Und natürlich Hula und seeehr attraktive Damen … und natürlich auch Männer.  Außerdem den sagenumwobenen "Aloha-Spirit", den man erst begreift, wenn man ihn erlebt hat. Und last but not least, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bewohner. Auf Hawaii fühlst du dich sofort willkommen und hast, auch wenn du allein reist, schnell Freunde gefunden.

FRIZZ: Gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen Hawaii und Deutschland, vielleicht sogar Ulm?
Florian: Nicht wirklich. Wobei es in Ulm durchaus Sonnenuntergänge gibt, die mit den hawaiianischen mithalten können. Leider eben nicht jeden Abend und leider auch nicht mit der wiegenden Silhouette einer Kokospalme...

FRIZZ: Ist Hawaii das Paradies?
Florian: Ist es wohl, ja. Hawaii wird als erstes mit dem Begriff Paradies assoziiert. Niemand nennt die Seychellen oder Sri Lanka, wenn vom Paradies die Rede ist. Wobei die Verhältnisse dort nicht immer paradiesisch erscheinen. Natürlich gibt es auf Hawaii auch Armut oder Probleme, so wie in jedem anderen Land auch. Wenn man in Honolulu landet und erstmal die Skyline von Waikiki sieht, dann hat das recht wenig vom Paradies. Und auch die Tatsache, dass Hawaii der 50. Bundesstaat der USA ist, merkt man recht häufig. Aber schon zehn Autominuten von Honolulu entfernt, merkt man das nicht mehr und befindet sich in üppigem Dschungel oder an einem Traumstrand. Auf Big Island, der größten der Hawaii-Inseln gibt es beispielsweise elf der insgesamt 13 Klimazonen. Die Inseln sind alle wahnsinnig vielfältig, die Natur üppig und in allen Farben leuchtend, als hätten sie erst vor kurzem das Licht der Welt erblickt. Und die Inseln "leben" regelrecht, wenn die Vulkane die Küsten wachsen lassen. Auf Hawaii hat man das Gefühl, dass dort mehr "gelebt" wird, nach dem Motto "arbeiten um zu leben" und nicht andersrum, wie das in Deutschland oft der Fall ist.
Speziell die anderen Inseln, wie Kauai, auf denen viel weniger Tourismus herrscht, sollten unbedingt in die Planung miteinbezogen werden. Unter drei Wochen macht eine Reise wenig Sinn. Aber wer diese Zeit mitbringt und mit "Hawaiilights" reist, wird das Paradies entdecken. (lacht)


Mehr Infos zu Florian un seinen Büchern gibt es unter:

lavaflow.de
facebook.com/abenteuerhawaii