Logo Frizz Magazin Ulm „Erlebe deine Stadt“ Logo Frizz Magazin Ulm

Biergärten in der Umgebung




Gibt es jemanden, der im Sommer nicht gern in den Biergarten geht? Fragt man bei zehn Leuten nach, erhält man im Normalfall auch zehn unterschiedliche Tipps für den besten Biergarten. Doch für den unwahrscheinlichen Fall, dass euch partout keiner einfallen will, haben wir eine Karte vorbereitet. Hier seht ihr eine gute Auswahl an Biergärten und Gartenwirtschaften in Ulm, Neu-Ulm und Umgebung:



Sitzt man nun also gemütlich beisammen und gönnt sich das ein oder andere Bier, dann könnte man doch auch damit beginnen den Anwesenden ein wenig Wissen zu vermitteln. Noch ein Schluck aus dem Krug genommen und mit Erzählerstimme losgelegt:
„Wusstet ihr übrigens, dass fast alle Biergärten, die wir so kennen, gar keine richtigen Biergärten sind? In einem traditionellen Biergarten, verzehrt man Speisen, die man selbst mitgebracht hat. Lediglich das Bier wird im Maßkrug an einem Ausschank gekauft. Die Besucher in den Biergärten breiten oft erstmal eine Tischdecke aus, bevor sie aus ihren Körben Leberkäs, Brezen, Butter, Rettich und Senf hervorholen. Prinzipiell ist eine Gartenwirtschaft, in der es nicht erlaubt ist eigene Speisen mitzubringen, kein Biergarten.“

Möchte man nun noch einen draufsetzen und das Ganze mit etwas geschichtlichem Hintergrundwissen anreichern, macht man das so: „Die ersten Biergärten entstanden im 18. Jahrhundert in München. Untergärige Biere konnten nur in der kälteren Jahreszeit gebraut werden, weil die Gärung eine Temperatur zwischen vier und acht Grad voraussetzte. Die bayerische Brauordnung von 1539 hatte daher festgelegt, dass nur zwischen 29. September und 23. April gebraut werden durfte. Um aber auch im Sommer Bier ausschenken zu können, mussten die Brauereien im Keller lagern. Um die Keller zusätzlich abzukühlen, pflanzte man über den acht bis zwölf Meter tief liegenden Gewölben Kastanien an und bestreute den Boden mit Kies.
In so einem Bierkeller konnte man sich Bier – wie in fast jeder anderen Wirtschaft auch – in einen mitgebrachten Maßkrug füllen lassen. Nun konnte man das Bier mit nach Hause nehmen oder eben direkt, also im Biergarten, in Gesellschaft trinken. Zunehmend wurden Tische und Stühle aufgestellt und die Biergärten wurden als Ausflugsziele immer beliebter. Weil andere Gaststätten um ihr Geschäft fürchteten, wurde angeordnet, dass das Bier im Bierkeller nur fassweise verkauft werden durfte. Dies war aber nicht durchsetzbar, woraufhin König Maximilian I. ein Dekret erließ. Demzufolge durften die Bierkeller zwar weiterhin Bier ausschenken, aber außer Brot keine Speisen anbieten. Dieses Dekret gilt als Geburtsstunde des Biergartens.