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Ausbildungs- und Studiums-Special Teil 1




Wie läuft eine Ausbildung ab? Wie lange dauert sie? Wie sieht der Alltag eines Azubis oder eines Studenten aus? Wie kommt man überhaupt auf eine geeignete Stelle? Werden bestimmte Fähigkeiten vorausgesetzt? Fragen über Fragen. Wir haben bei mehreren jungen Leuten nachgefragt, welche gerade ihre Ausbildung bzw. ihr Studium begonnen haben.
 

Azubi Michael vom ASBMichael: Ausbildung zum Altenpfleger (ASB)
 
FRIZZ: Wie bist du auf die Ausbildung gekommen?
Michael: Durch einen Zeitungsartikel von meiner Oma, welche mir diesen – unabhängig von ihrem Gesundheitszustand – vor einiger Zeit zeigte. Sie meinte zu mir, dass dies ein gefragter Beruf sei. Zu der Ausbildung kam ich aber erst einige Zeit später, da ich noch als Arzthelfer tätig war.

FRIZZ: Wie lange dauert die Ausbildung und wie sieht dein Alltag aus?
Michael: Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Da ich Früh- und Spätschicht habe und auch Sonn- und Feiertagen arbeite, hat sich mein Alltag mittlerweile ein wenig gewandelt. Ich arbeite oftmals dann wenn andere ihrer Freizeitbeschäftigung nachgehen und habe frei, wenn andere arbeiten.

FRIZZ: Werden bestimmte Fähigkeiten für die Ausbildung vorausgesetzt?
Michael: Um diese Ausbildung in Erwägung zu ziehen, sollte man sich für die Medizin, Krankheiten und die Pflege von Menschen begeistern können. Es sollte einem wichtig sein, den richtigen Umgang mit Menschen zu pflegen. Soziale Kompetenz und das nötige medizinische Know-How ist in diesem Beruf sehr wichtig.

FRIZZ: Was ist das Besondere an der Ausbildung?
Michael: Die Ausbildung ist nicht einfach. Man lernt viel über den menschlichen Körper, dessen Aufbau, Krankheiten und wie „richtige Pflege“ funktioniert. Außerdem erlernt man den richtigen Umgang mit Menschen, z.B. mit demenzkranken Menschen. Man erwirbt weiterhin viel Wissen über das Alter und das Altern. Kann man sich für diese Aspekte begeistern, bekommt man definitiv auch etwas zurück!

FRIZZ: Würdest du die Ausbildung weiterempfehlen?
Michael: Auf jeden Fall. Allerdings ist das nichts für Jeden. Man muss sich für die einzelnen Aspekte interessieren. Im Beruf des Altenpflegers werden immer fähige Fachkräfte gesucht. Da unsere Gesellschaft immer älter wird, ist dies auch ein Beruf mit Zukunft!



Jessika, Sabrina & Fabio: Ausbildung zum / zur Medientechnologe/in Druckweiterverarbeitung (CPI - Ebner & Spiegel GmbH)
 
FRIZZ: Wie kamt ihr auf diese Ausbildung und gibt es Aufstiegsmöglichkeiten?
Jessika, Sabrina und Fabio: Wir hatten schon immer großen Spaß an handwerklichen Tätigkeiten und wollten unser Interesse in diesem Bereich zum Beruf machen. Auf der Bildungsmesse in der Donauhalle Ulm haben wir dann nach Unternehmen gesucht, die handwerkliche Berufe anbieten. Unter sehr vielen anderen Firmen haben wir dann den Stand der Ebner & Spiegel GmbH gefunden und uns über die angebotenen Berufe informiert. Die Auszubildenden und die Ausbilder der einzelnen Abteilungen, die uns beraten haben, konnten uns schon einen kleinen Einblick in die Tätigkeiten der einzelnen Berufe bei Ebner & Spiegel GmbH geben. Neben Elektroniker/in und Medientechnologe/in Druck hat uns allerdings die Ausbildung zum Medientechnologe/in Druckweiterverarbeitung am meisten interessiert.
Die Beratung auf dem Messestand hat uns dann auch unsere Aufstiegsmöglichkeiten in der Branche vorgestellt. Es ist möglich nach unserer Ausbildung eine Weiterbildung zum Industriemeister, Medienfachwirt oder Druck- und Medientechniker zu absolvieren.

Azubis Jessika, Sabrina & Fabio von CPI
FRIZZ: Welche Fächer habt ihr in der Berufsschule?
Jessika, Sabrina und Fabio:
Wir besuchen die Johannes-Gutenberg-Schule in Stuttgart. Dort werden uns alle Ausbildungsinhalte, angelehnt an den Ausbildungsrahmenplan eines Medientechnologe/in Druckweiterverarbeitung, vermittelt. Einige Unterrichtsfächer wie z.B.: Berufliche / Fachliche Kompetenz, Gemeinschaftskunde, Wirtschaftskunde, Deutsch und Englisch stehen auf dem täglichen Unterrichtsplan, sowie Computer gestützter Unterricht.

FRIZZ:
Welche Bereiche durchlauft ihr während eurer Ausbildung?
Jessika, Sabrina und Fabio: Während der Ausbildung zum Medientechnologe/in Druckweiterverarbeitung durchlaufen wir alle Stationen der Buchherstellung. Am Anfang unserer Ausbildung sind wir in der sogenannten Mustermacherei eingeteilt. Hier erlernen wir die einzelnen Arbeitsschritte, die es benötigt, um ein Buch produzieren zu können. Wir sind dann in der Lage handgefertigte Bücher herzustellen. Dieser Lernschritt ist sehr wichtig, um das Produkt kennen zu lernen und die verschiedenen Arbeitsschritte an den Maschinen zu verstehen. Wir wirken danach an allen Teilprodukt-Maschinen aktiv mit, die später das fertige Buch ergeben. Hierbei lernen wir die Fadenheftung, die Klebebindung, die Buchdeckenherstellung und die Prägung, sowie das Zusammentragen der Einzelteile kennen. Einige Kunden wünschen ein eingeschweißtes und speziell verpacktes Produkt. In unserer Ausbildung lernen wir auch, was notwendig ist, um unsere Bücher transportfertig zu machen. Rundum ist unsere Ausbildung sehr abwechslungsreich und spannend.



Franziska vom Aicher Scholl KollegFranziska: Studium Generale (Aicher-Scholl-Kolleg Ulm)

FRIZZ: Wie bist du auf das Aicher-Scholl-Kolleg gekommen?
Franziska: Der Leiter des Kollegs, Herr Lörcher, stellte das Konzept ein paar Monate vor dem Abitur bei einer Infoveranstaltung an meiner Schule vor. Da ich zu dieser Zeit zwischen mehreren Studiengängen schwankte und nicht wusste, wie ich mich denn nun für den richtigen entscheiden sollte, erschien mir das Aicher-Scholl-Kolleg fast wie ein Rettungsanker. Mit der erleichternden Aussicht, noch ein Jahr Zeit für diese wichtige Entscheidung zu haben, konnte ich mich voll und ganz auf mein Abitur konzentrieren.

FRIZZ: Wie verläuft das Studium?
Franziska: Das Aicher-Scholl-Kolleg bietet ein Studium Generale an. Das bedeutet, dass wir Kollegiaten unsere Stundenpläne nach eigenen Interessen aus einer großen Anzahl an geistes- und naturwissenschaftlichen sowie künstlerisch-kreativen Fächern und Fremdsprachen zusammenstellen können. Die 10 Monate, die wir am Kolleg verbringen, sind in drei Trimester aufgeteilt. Nach dem ersten Trimester kann man seine Fächerwahl noch einmal komplett neu treffen. Für jeden Freitag ist eine freiwillige Exkursion vorgesehen, die mal zur Uni und den Hochschulen, mal zu Betrieben und Kultureinrichtungen in und um Ulm führt. Im dritten Trimester werden dann Wochenprojekte zu den verschiedensten Themen angeboten, um Interessen zu vertiefen und in die Praxis zu gehen. Vom Dreh eines Kurzfilms bis zur Planung und Umsetzung einer Unterrichtsstunde an der Grundschule ist so einiges geboten.

FRIZZ: Werden bestimmte Fähigkeiten für das Studium vorausgesetzt?
Franziska: Das ask richtet sich an Schulabgänger, die vielseitig interessiert sind und sich somit schwer tun, sich auf einen Studiengang oder eine Ausbildung festzulegen. Prüfungen gibt es nicht, dafür wird Eigeninitiative gefordert. Kollegiaten sollten sich nicht scheuen, Neues auszuprobieren und sich auch mit Berufsfeldern auseinanderzusetzen, die man so zuvor noch nie für sich in Betracht gezogen hat.

FRIZZ: Was ist das Besondere am Aicher-Scholl-Kolleg?
Franziska: Das Kolleg bietet die einzigartige Möglichkeit, in die verschiedensten Studienfächer hineinzuschnuppern. So wird einem nicht nur der Weg zu einer treffsicheren Studienwahl geebnet, sondern gleichzeitig schon interdisziplinäres Denken und wissenschaftliches Vorgehen geschult. Auch kann es nach der Schule befreiend sein, das zu lernen und zu vertiefen, wofür man Interesse und Begeisterung mitbringt, gleichzeitig muss man aber das Blickfeld noch nicht direkt auf einen Fachbereich beschränken.

FRIZZ: Welche Zukunftspläne hast du?
Franziska: Nach dem ersten Trimester ist der Psychologiekurs ein eindeutiger Favorit. Es könnte also gut sein, dass ich mich für ein Studium in diese Richtung entscheide. Aber ich habe ja noch zwei Trimester vor mir - mal sehen, was sich da noch alles ergibt.

FRIZZ: Würdest du das Kolleg weiterempfehlen?
Franziska: Für Abiturienten, die sich wie ich durch ihre vielseitigen Interessen geradezu erschlagen fühlen von den Möglichkeiten, die sich ihnen bieten, auf jeden Fall! Für mich war es die richtige Entscheidung, mir Zeit für ein Orientierungsjahr zu nehmen, und ich bin froh, dass wir hier in Ulm eines der wenigen Kollegs in Deutschland haben, die dieses Konzept anbieten.



Sophia vom Ebner VerlagSophia: duale Studentin (Ebner Verlag)

FRIZZ: Wie bist du auf den Studienplatz aufmerksam geworden?
Sophia: Ich wollte irgendwie schon immer studieren. Nach dem Abi habe ich aber erstmal ein Praktikum gemacht, auf dieses folgte ein Volontariat beim Ebner Verlag. Ein Volo ist so schwer zu bekommen, als es sich dann für mich ergeben hat, musste ich das einfach machen. Es hat Spaß gemacht, endlich richtig in einer Redaktion zu arbeiten und ich habe durch zahlreiche Kurse im Verlag gemerkt – die sind auf dem richtigen Weg. Also habe ich beschlossen, für das langersehnte Studium nicht ganz mit dem Arbeiten aufzuhören, sondern nach dem Volo einfach beides zu kombinieren und ein duales Studium beim Ebner Verlag zu machen.

FRIZZ: Wie lange dauert ein duales Studium und warum hast du dich dafür entschieden?
Sophia:
Ein duales Studium dauert 3 Jahre mit insgesamt sechs Semestern. Ein Semester, also ein halbes Jahr, teilt sich in je 3 Monate Theoriephase an der Hochschule und 3 Monate Praxisphase im Betrieb auf. Ich war schon immer mehr ein praktischer Mensch, auch wenn ich schon lange studieren wollte. Das duale Studium bot daher die Möglichkeit für mich, beides zu verbinden. Außerdem kann man so studieren und nebenher Geld verdienen – wer sagt da noch nein?

FRIZZ: Wie sieht dein Arbeits- bzw. Studienalltag aus?
Sophia: Ein duales Studium unterscheidet sich natürlich von einem „normalen“ Studium. Der Unterschied in der Theoriephase zeigt sich vor allem an einem festen Stundenplan und kleinen Kursen, ähnlich wie in der Schule. Jeden Tag mit den gleichen Leuten im gleichen Raum – aber im Unterschied zur Schule geht es hier um Fächer, die einen wirklich interessieren. Und keine Angst, sowohl die gefürchtete Klausurphase als auch viele Partyabende gehören zum dualen Studium. Was man in der Praxisphase macht ist wiederum sehr unternehmensabhängig. Viele meiner Kommilitonen bekommen eigene Projekte zugeteilt, die sie kreieren und umsetzen dürfen. Auch ich freue mich schon ganz besonders auf meine erste Praxisphase: An unserem Standort in New York werde ich die Social-Media-Abteilung für 3 Monate unterstützen.

FRIZZ: Welche Themen werden in der Theoriephase behandelt?
Sophia: In der Theoriephase geht es, je nach Studiengang, um sehr spezifische Themen. Gemeinsam haben die Studiengänge des Ebner Verlags 50% BWL. Zum Gähnen? Nein! Schließlich ist BWL super vielfältig und wer sich für einen Studiengang mit BWL entscheidet ist in der Berufswelt vielseitig einsetzbar. Dazu kommt die Spezialisierung, bei mir im Bereich Dienstleistungsmarketing Medien & Kommunikation. Dazu gehören Fächer wie Mediengestaltung, indem wir schon im 1. Semester ein eigenes Logo gestaltet haben. In Verlagswesen hingegen wurden z.B. einzelne Zeitschriften analysiert, im Dienstleistungsmarketing ging es um das Käuferverhalten. Der Bezug zum eigenen Unternehmen ist nicht in jedem Fach gegeben, jedoch erlernt man nur so eine breite Wissensbasis. Doch wenn es in der Arbeit durch einzelne Aufgaben konkret wird, lernt man schnell, einen Zusammenhang zu einzelnen Aspekten der Theorie herzustellen.

FRIZZ: Bekommen duale Studenten beim Ebner Verlag eine feste Stelle nach dem Studium?
Sophia:
Zum dualen Studium gehört beim Ebner Verlag eine Jobgarantie für 2 Jahre nach erfolgreich abgeschlossenem Studium. Strenge ich mich also an, wird mir eine Stelle angeboten. Und das vielleicht sogar in New York? Wenn das mal keine Motivation ist!


Für Studienstart 2017 sind bereits alle dualen Studienplätze vergeben. Ab Oktober 2017 nimmt der Ebner Verlag wieder Bewerbungen für Studienstart 2018 in den Studiengängen BWL - Dienstleistungsmarketing mit Schwerpunkt Medien und Kommunikation (DHBW Heidenheim) sowie BWL – Medien- und Kommunikationswirtschaft mit Schwerpunkt Dialog- und Onlinemarketing entgegen (DHBW Ravensburg).